Zahlen, Zahlen, Zahlen: Der europäische eCommerce-Markt


Zahlen, Zahlen, Zahlen: Der europäische eCommerce-Markt

Gepostet Von am 30.05.2012 in Deutschland, eCommerce, Europa, Frankreich, Großbritannien, Newsticker, Spanien

Das Europäische Statistikbüro Eurostat hat Zahlen zum eCommerce in Europa im Jahr 2011 veröffentlicht. Demnach liegt Norwegen in punkto Online-Shopping ganz vorne: 73% der Norweger hatten in den letzten 12 Monaten mindestens einmal online eingekauft. Mit 71% folgen Schweden und Großbritannien auf dem Fuße. Auf die Top 3 folgen Dänemark (70%), die Niederlande (69%) und Luxemburg (65%), Deutschland liegt mit 64% in Sachen Online-Einkauf auf Platz 7, Frankreich mit 53% auf Rang 9. Spanien hat nach wie vor großen Aufholbedarf: gerade mal 27% haben hier im vergangenen Jahr einmal online eingekauft.

Shopping-Rate der Internetnutzer
Feine Unterschiede lassen sich feststellen, wenn die Zahlen auf die Internet-Nutzer heruntergerechnet werden. Dann hat Großbritannien weit die Nase vorn: 82% aller britischen Internet-Nutzer haben in den letzten Jahren mindestens einmal online eingekauft. Gleichauf mit Dänemark liegt Deutschland hier mit 77% auf Rang 3, nur Norwegen hat mit 78% noch eine höhere Shopping-Rate. Frankreich belegt auch in dieser Statistik den 9. Platz: 67% aller französischen Internet-Nutzer haben 2011 das Netz auch zum Shoppen genutzt. Auch hier liegt Spanien mit einer Quote von 39% eher auf den hinteren Rängen.

Online-Lebensmittelhandel
Interessante Zahlen liefert Eurostat zum Online-Lebensmittelhandel. Dass Großbritannien hier mit weitem Abstand vorne liegt, war zu erwarten: dort haben 21% der Internet-Nutzer bereits bei Ocado & Co. Lebensmittel online eingekauft. Was aber verwundert, ist die Tatsache, dass Deutschland mit 12% auf Rang 2 der Online-Lebensmittel-Einkäufe liegt, während etwa Frankreich (8%, Rang 6) und Spanien (5%, 13) weit abgeschlagen unter dem europäischen Durchschnitt von 9% liegen, und das, obwohl der Einkauf von Lebensmitteln via Internet hier schon vor deutlich längerer Zeit Fuß fassen konnte. Da sich vor allem in Frankreich in erster Linie Drive-in-Märkte (online bestellen, am Supermarkt abholen) durchsetzen konnten, liegt die Vermutung nahe, dass diese „halben“ Online-Einkäufe in der Statistik nicht mit berücksichtigt worden sind und nur der „klassische“ Online-Versandhandel zugrundegelegt wurde…

Insgesamt betrug der Anteil der Online-Shopper unter den Europäern insgesamt 43%, das sind 3% mehr als im Vorjahreszeitraum. Von den Internet-Nutzern ausgehend haben 58% in den vergangenen 12 Monaten bereits mindestens einmal online eingekauft, auch hier Tendenz leicht steigend.

Quelle: eurostat

Dr. Katja Flinzner

Dr. Katja Flinzner

Versorgt digitale Unternehmen mit grenzenlos guten Inhalten - als Fachautorin, Corporate Bloggerin, Lektorin und Übersetzerin. Bloggt seit 18 Jahren und schreibt heute hauptsächlich über Themen aus Web, IT, eCommerce und digitaler Bildung - gerne auch für Ihr Unternehmen.
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2 Kommentare

  1. Na diesen Daten von Eurostat scheinen weit her geholt. Betrachtet man aktuelle Berichte und Daten im Netz, ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Deutschen auf Platz 2 liegen. Allein der schweizer nteil von LeChop liegt hier schon höher als bei deutschen Onlinesupermärktenzusammen. Zudem gibt es mit http://www.netzkonsum.de einen guten Blog, der sich mittlerweile mit dieser Thematik beschäftigt.

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  2. Ja, das ist allerdings richtig – die Zahlen wirken, wie ich ja im Text auch schon angedeutet habe, irgendwie merkwürdig. Alleine die Tatsache, dass der deutsche Online-Lebensmittelhandel gerade erst auch nur ansatzweise ins Rollen kommt, während der Markt in anderen Ländern wie Frankreich und natürlich auch der Schweiz, schon deutlich länger funktioniert, spricht gegen eine solche Einschätzung…
    Wie war das: traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast… 🙂

    Danke für den Hinweis auf netzkonsum.de…

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