[Gastbeitrag] Warum ich Technik hasse, aber das Internet liebe


[Gastbeitrag] Warum ich Technik hasse, aber das Internet liebe

Gepostet Von am 06.12.2016 in Allgemein, Tipps & Termine

[Wichteln ist nicht so mein Ding – Blogwichteln schon eher. Deshalb freue ich mich jedes Jahr auf das Blogwichteln, eine Aktion des Netzwerks Texttreff, bei der sich Bloggerinnen aus den unterschiedlichsten Branchen gegenseitig mit Gastartikeln beschenken. Da treffen auch schonmal Welten aufeinander – so wie dieses Mal. Als die Kinderbuchautorin Sandra Schindler nämlich erfuhr, dass sie mein Blog mit einem Gastartikel versehen darf – oder eher soll? -, war sie ziemlich skeptisch. Denn Technik ist nicht so ihr Thema, meinte sie.

Da wir uns in erster Linie über das Internet kennen, habe ich Sandra gefragt, was sie denn als Technik-Phobikerin am Internet dann doch ganz gut findet. Das Ergebnis ihrer Überlegungen könnt Ihr hier nachlesen. Und ich finde, so groß ist der Bogen gar nicht, den Sandra um die Technik macht…]

Kinderbuchautorin Sandra Schindler mag keine Technik - kann dem Internet aber doch so einiges abgewinnen... | Foto: Ruth Frobeen

Kinderbuchautorin Sandra Schindler mag keine Technik – kann dem Internet aber doch so einiges abgewinnen… | Foto: Ruth Frobeen

Technik und ich … früher hätte man das eine Vernunftehe genannt. Ob es etwas gibt, was ich als Kinderbuchautorin im Netz toll finde, obwohl ich um Technik einen großen Bogen mache, darüber habe ich für contentIQ mal nachgedacht.

Hier kommen die Technik-TOP-10 einer Technik-Phobikerin:

1. Aktuelle News

Auf Fernsehen habe ich grundsätzlich keine Lust, aber da ich mitten im Wald lebe, muss ich irgendwie auf dem Laufenden bleiben. Daher bin ich ganz froh darum, dass ich die wichtigsten Nachrichten direkt in mein Mailprogramm bekomme.

Zahlreiche Newsletter möchte ich nicht mehr missen:

  • Täglich gibts die wichtigsten Nachrichten von n-tv.
  • Für Autoren interessant sind der Newsletter von The Tempest und diejenigen der Autorenwelt.
  • Wer die deutsche Sprache liebt, freut sich über den Duden-Newsletter.
  • Positive Nachrichten sind wichtig. Die bekommt man bei Newslichter.
  • Wer sein Leben gern grüner gestaltet und/oder gerne bastelt, der ist bei Utopia, smarticular oder Ich lebe grün! richtig.
  • Und dann gibt es noch diverse Newsletter rund ums Essen, Tiere oder natürlich für Eltern, die für mich zum täglichen oder zumindest wöchentlichen Infostrom dazugehören.

 

2. Netzwerken

Das Internet ist ein Segen, was die Vernetzung angeht. Falls ich mal wichtige Neuigkeiten nicht mitbekomme, brauche ich bloß Facebook zu öffnen, schon werde ich von einem meiner Freunde informiert. Meine Facebook-Freunde haben mich wirklich noch nie enttäuscht, wenn ich mal Rat benötigt habe. Seit einer Weile benutze ich das Netzwerk auch beruflich und befülle meine Facebook-Fanseite (wochen)täglich mit neuen Inhalten, von denen ich denke, sie könnten für meine Zielgruppe relevant sein.

Auch dass der Beruf des Autors nicht mehr so viel mit dem stillen Kämmerlein zu tun hat, ist der Technik zu verdanken: Wenn ich Rat von Kolleginnen brauche, wende ich mich vertrauensvoll an Netzwerke wie den bereits erwähnten Texttreff und ich kann sicher sein, dass mir geholfen wird.

Darüber hinaus sind verschiedene Facebook-Gruppen für selbstständige/berufstätige Mütter, wie zum Beispiel die Mompreneurs, ebenfalls sehr wertvolle Netzwerke für mich.

 

3. Sichtbarkeit erhöhen

Neben dem bereits erwähnten Facebook nutze ich auch andere Mittel, um bekannter zu werden. Ich pflege meine Amazon-Autorenseite, bin in Autoren-Datenbanken gelistet, halte mich besonders wegen einer Gruppe, nämlich den Desperate Workwives gerne bei Xing auf, und ab und an wird auch noch getwittert. Meine Webseite habe ich mir erstellen lassen, aber meine technischen Fähigkeiten reichen immerhin dafür aus, dass ich sie selbst pflegen kann. Auch einen Newsletter bekomme ich trotz technischer Defizite ganz gut hin.

 

4. Die Finanzen

Online-Banking ist für mich, die ich sehr abgelegen wohne, schon auch ein Segen. Früher hätte ich für eine schnelle Überweisung kilometerweit in die nächste Stadt fahren müssen, heute sind Überweisungen mit ein paar Mausklicks erledigt.

 

5. Schreibgruppen, Testleser, Zusammenarbeit mit Verlag und Illustratorin

Hier vor Ort kenne ich nicht so viele Menschen, die Bücher schreiben, somit wäre das auch mit einer Schreibgruppe schwierig. Daher bin ich dankbar dafür, dass mir die Technik eine virtuelle Schreibgruppe ermöglicht. Manchmal treffe ich die anderen Mitglieder der Gruppe auch persönlich, meist jedoch geht der Austausch schnell und einfach über E-Mail.

Auch meine großartigen Testleser erhalten meine Manuskripte per E-Mail.

Die Feinabstimmung zwischen meiner wunderbaren Illustratorin Sandra Seiffart erfolgt ebenfalls per Mail, genau wie die Kommunikation mit meinem Verlag. Nur die Verträge, die bekomme ich nach wie vor per Post.

 

6. Online-Shopping

Wer so weit weg von der nächsten Einkaufsmöglichkeit wohnt, der kauft gerne online. Das fängt bei unserem Biokistenlieferservice an. Ich überprüfe wöchentlich, was mir der Bauer in die Kiste packen möchte, und füge die Dinge hinzu, die ich beim letzten Einkauf vergessen habe. Außerdem unterstütze ich gerne grüne Unternehmen.

Übrigens gibt es inzwischen so gut wie alles auch in Grün, wie diese schöne Übersicht zeigt, filterbar nach Branchen.

 

7. Sonne, liebe Sonne, wo hast du dich versteckt?

Wie ich meinen Tag gestalte, hängt oft vom Wetter ab. Natürlich kann man das Wetter auch ganz traditionell erraten, indem man aus dem Fenster schaut, aber ich verlasse mich lieber auf die 4-Tages-Prognosen oder den Regenradar im Netz.

 

8. YouTube-Videos

Ich bin ganz froh, dass mein Verlag sich um die Erstellung der Trailer zu meinen Büchern kümmert, nutze die Plattform aber auch, wenn ich mich mal auf einen musikalischen Auftritt vorbereite und das entsprechende Repertoire noch mal im Original anschauen möchte. Außerdem findet man dort nette Meditationen zur Entspannung zwischendurch – und wenn man keine Ahnung von einem Thema hat, aber dringend Ahnung braucht, ist man dort auch richtig.


Kinderbuchautorin Sandra Schindler gibt’s auch auf YouTube – naja, zumindest Ihr Buch „Der kleine Milchvampir“.

Privat habe ich so schon herausgefunden, wie man einen Kindersitz nach dem Waschen wieder zusammensetzt, beruflich habe ich manchmal unglaubliche Dinge (zum Beispiel Kampfszenen) per Video überprüft.

 

9. Unterwegs mit dem Smartphone

Vermutlich war ich so ziemlich eine der Letzten, die sich ein Smartphone zugelegt hat. Inzwischen ist es unerlässlich, wenn mich unterwegs etwas bewegt und ich meine Gedanken einfach kurz einer Freundin per WhatsApp aufquatschen möchte. Außerdem weiß ich dank Handy im Urlaub immer schnell, wo ich den nächsten Bioladen bzw. das nächste Restaurant mit veganen Optionen finde. Und wenn mich das Navi mal im Stich lässt, hab ich im Handy noch einen Ersatz.

 

10. Das Wichtigste zum Schluss: Recherche

Manchmal stelle ich mir vor, wie schwierig es für Autoren früher gewesen sein muss, an Informationen zu kommen. Wenn ich heute wissen will, wie in meinem Kinderkrimi jemand zu Schaden kommen könnte, schaue ich, was ich im Internet dazu finde, befrage meine Facebook-Freunde, telefoniere mal fix mit einem Experten oder bestelle mir, falls eine gründlichere Recherche nötig ist, ein paar Bücher zum Thema. Wie hat Agatha Christie all ihre literarischen Morde geplant, wie schaffte es Karl May, über Orte zu schreiben, die er nie selbst gesehen hat? Wie auch immer es all den literarischen Größen der Vergangenheit gelungen ist, ich möchte es nicht nachmachen, sondern stelle fest: Eigentlich bin ich ganz froh, dass ich die Technik habe.

Sandra Schindler

Sandra Schindler

Sandra Schindler arbeitete bereits einige Jahre als Übersetzerin und Lektorin, bevor sie selbst mit dem Schreiben begann. „Der kleine Milchvampir“, ein Kinderbuch zum Abstillen, war ihr erstes Buch. Im Februar 2016 erscheint das nächste Buch, „Flim Pinguin im Kindergarten“. Zum Schreiben inspiriert wurde sie durch ihre beiden Töchter. Mehr über Sandras aktuelle Projekte auf www.sandra-schindler-schreibt.de und auf Facebook.
Sandra Schindler

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2 Kommentare

  1. Hihi, die Sache mit Karl May ist für mich besonders lustig, weil ich mich mit ihm gerade etwas intensiver befasse … Er musste (vom Vater zuerst gewzungen) als Kind (als er endlich sehen konnte), unendlich viel lesen und auswendig lernen. Deshalb sind manche seiner Landschaftsbeschreibungen eine gute Quelle, um rauszufinden, was er alles gelesen hat (die Methode des nicht gekennzeichneten Zitats hat er später beibehalten). Später hatte er dann selbst eine Vielzahl an Nachschlagewerken und Reiseschilderungen.
    Es ist schon erstaunlich, was wir heutezutage alles online machen – schön mal so eine Auflistung zu sehen.
    Danke.

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    • Liebe Heike,

      ja, manchmal fragt man sich wirklich, wie das vor dem Internet überhaupt alles ging… :-). Du könntest dazu sicherlich auch von der ein oder anderen spannenden Veränderung in Deinem Hauptgebiet Recherche erzählen, die sich ja durch das Internet auch massiv verändert hat. Vielleicht nächstes Jahr wieder? 🙂

      Liebe Grüße
      Katja

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