9 gute Vorsätze für 2018: Tipps zu OnSite-Suchmaschinenoptimierung


9 gute Vorsätze für 2018: Tipps zu OnSite-Suchmaschinenoptimierung

Gepostet Von am 11.01.2018 in SEO

Weihnachten ist vorbei? Fast. Fürs Blog gab’s jetzt noch ein nachträgliches Weihnachts-Wichtelgeschenk. Das kommt aus der schon traditionellen Blogwichtel-Aktion des Netzwerks Texttreff, in der sich die Teilnehmerinnen jedes Jahr auf’s Neue gegenseitig mit Blogartikeln beschenken. Für Susanna Künzls Bentolino-Blog habe ich dieses Mal einen Beitrag über nachhaltiges Verpacken im Online-Shop geschrieben. Und im Gegenzug von Susanna diesen ausführlichen Beitrag mit SEO-Tipps bekommen. Ihr wolltet doch bestimmt auch schon immer was an Eurer OnSite-Optimierung tun, oder? Dann gibt’s jetzt keine Entschuldigung mehr!


Ein gutes neues Jahr Euch allen!

Wer Website sagt, muss auch Suchmaschinenoptimierung sagen: Der schönste Internetauftritt bringt nichts, wenn er ein Geheimtipp bleibt. Also sollte immer ein Teil Eures (Zeit-)Budgets in eine saubere Optimierung Eurer Seiten fließen. Backlinks sind zwar ein wichtiger Rankingfaktor, doch lässt sich der nicht so einfach beeinflussen: Natürliche Links auf die Website hängen – neben der Qualität der Inhalte – stark davon ab, wie die Seite über On- und Offline-Kanäle bekannt gemacht wird. Was jeder Seitenbetreiber selbst in der Hand hat: Eine gute Onsite-Optimierung seiner Inhalte. Diese Hausaufgaben solltet Ihr (oder Eure Internetagentur) gemacht haben.

Neues Spiel – neues Glück: Wer jetzt noch keine guten Vorsätze gefasst hat, kann hier Pläne für die erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung seiner Website 2018 machen. Wenn Eure Website auf WordPress läuft, findet Ihr hier auch Tipps und Links zu hilfreichen Plugins.

1. Sauberes HTML – räumt den Inhalt auf

Suchmaschinen lieben semantisch korrekt strukturierten Code, weil sie ihn gut auswerten können. Dazu benötigt man keine HTML-Kenntnisse: Es reicht, die Inhalte mit dem Texteditor so auszuzeichnen, wie es ihrer Bedeutung entspricht. Eine Überschrift ist eine Überschrift, kein fett formatierter Text in größerem Font. Zwischenüberschriften und Listen lockern den Text nicht nur für die Leser auf und verhelfen zu besserer Lesbarkeit, sie werden auch von den Suchmaschinen gerne genommen.

Gut strukturierte Texte ohne überflüssigen Code machen die Seiten zudem ein klein wenig schneller – auch das ein Pluspunkt. Wer Inhalte aus einer Textverarbeitung übernimmt, sollte ihn also vor dem Einfügen von Formatierungscode des Programms bereinigen. Der WordPress-Editor verfügt über einen Button, um das zu erreichen.

2. Seitenstruktur und suchmaschinenfreundliche URLs

Die Zeiten, in denen Webshops und Content Management Systeme Inhalte mit Links wie http://meinedomain.de/index.php?category=123&article=456 aufriefen, sind definitiv vorbei. Praktisch alle Systeme machen heute schon ohne größeren Aufwand daraus http://meinedomain.de/kategorie/artikel.html. Diese URL ist für Suchmaschinen und Besucher gleichermaßen gut verständlich.

Über Einstellungen >> Permalinks gestaltet Ihr die automatische Generierung der URLs durch Platzhalter: /%category%/%postname%.html sorgt dafür, dass der Pfad sich aus der Kategorie und dem Titel des Beitrags zusammensetzt, die Endung html wird angehängt, weil Besucher damit den Eindruck einer statischen HTML-Seite erhalten. Für Suchmaschinen ist diese inzwischen kein Kriterium mehr.

Manche Beiträge, Nachrichten oder Artikel lassen sich mehr als einer Kategorie zuordnen. Gut für die Besucher, wenn die Inhalte so in jedem Kategoriearchiv erscheinen. Schlecht fürs Ranking, wenn sie über zwei URLs erreichbar sind, da die Suchmaschinen dann internen Duplicate Content antreffen: Sie wissen nicht, über welchen Aufruf der Beitrag hauptsächlich zu erreichen ist, und nehmen ihn nach eigener Einschätzung der passenden Kategorie in den Index auf.

Wie Ihr das vermeiden könnt: WordPress lässt Euch beim Schreiben des Artikels eine Hauptkategorie festlegen. Bei der Zuweisung eines Beitrags zu mehr als einer Kategorie wählt man eine davon mit dem Link „Mache primär“ aus, und diese erscheint dann auch immer im Pfad zu diesem Beitrag.

2018 – neues Jahr, neues SEO-Glück. Was sind Eure SEO-Vorsätze für das neue Jahr? | Foto: NordWood Themes, Unsplash

3. Metatags – gibt es die eigentlich noch?

Title und Description sind die einzigen sogenannten Metatags, die heute noch eine Rolle spielen. Google setzt daraus die Snippets in den Suchergebnissen zusammen. Der Title erscheint als Überschrift, die Description (idealerweise) als Text. Dabei wird nur der Title für das Ranking ausgewertet.

Suchmaschinenoptimierung hat zwei Seiten: Gefunden werden ist nur der Anfang. Wenn der Eintrag in den Suchergebnissen nicht wie eine Kleinanzeige aufgebaut ist und zum Klicken einlädt, nützt Euch auch Platz 1 bei Google nichts. Stimmt also Title und Description auf einander ab.

Title

  • Bis 55 Zeichen bzw. 512px Länge
  • Das Seiten-Keyword muss darin vorkommen

Description

  • Maximal 156 Zeichen. Wenn es Rich Snippets für die Seite gibt, sogar nur 139 Zeichen, denn dann werden z.B. Bewertungen an den Anfang gesetzt.
  • Der Text ergänzt den Title logisch und bildet mit ihm eine Einheit, die zum Klicken auffordert

Plugins wie Yoast SEO sorgt dafür, dass jeder Beitrag, jede Seite mit individuellen Titles und Descriptions aufgewertet werden können. Als Bonus zeichnet Yoast SEO die Inhalte auch mit Social Markup für Twitter (Cards) und Facebook (Open Graph) aus. So hat der Seitenbetreiber mehr Einfluss darauf, wie sein Content in den sozialen Medien geteilt wird.

4. Strukturierte Daten – eine Adresse ist eine Adresse, ein Rezept ein Rezept

Strukturierte Daten wie Social Markup unterstützen auch Suchmaschinen dabei, den Inhalt einer Seite in den richtigen Kontext zu stellen und damit sinnvoller zu bewerten. Dazu braucht es zusätzliche maschinenlesbare Informationen, die z.B. die Typen von schema.org nutzen.

Damit steht ein Regelwerk zur Verfügung, nach dem Inhalte vieler Schema-Typen (wie Rezepte, Veranstaltungen, Nachrichten, Bewertungen) ausgezeichnet und beschrieben werden können. Im besten Fall zeigt Google sie dann in den SERPs als Rich Snippets oder Rich Cards an. Durch diese optische Aufwertung erhält der Suchende mehr Informationen über Eure Seiten und sie fallen in der Masse der Suchergebnisse schon optisch heraus. Wer klickt nicht lieber auf einen Eintrag, der mit Sternchen seine Bewertungen anzeigt?

Für WordPress stehen mehrere Plugins bereit, die Eure Website mit semantischem Markup auszeichnen. Einiges lässt sich mit Bordmitteln selbst codieren. Wer die Wahl hat, hat die Qual J

5. Featured Snippets

Stellt man Google eine Frage oder sucht einen Begriff z.B. wie „PHP“ oder „Turnier“, erscheint unterhalb der AdWords-Anzeigen, aber noch vor Platz 1 der Suchergebnisse manchmal eine hervorgehobene Antwortbox mit Link auf die Website, der diese Informationen entnommen sind. Ziel ist es, dem Benutzer durch eine direkte Antwort auf seine Frage ein gutes Nutzererlebnis zu bieten.

Ihr habt keinen direkten Einfluss darauf, ob Eure Seite als hervorgehobenes Snippet angezeigt wird, aber Ihr könnt einiges dafür tun, diese begehrte Position 0 der SERPs zu erreichen.

Hier geht es um die optimale Aufbereitung der Seiteninhalte für ein Featured Snippet. Je nach Typ der Antwortbox sollte der Webtext anders aufgebaut sein, um Google verständlich zu machen, dass hier eine

  • Definition
  • tabellarische Übersicht
  • oder eine Anleitung

zu finden ist. Wenn sich die Seite zur Suchanfrage auch sonst schon auf Seite 1 der SERPs befindet, steigert das die Chancen, dass sie in der Antwortbox erscheint.

So optimiert Ihr eine Seite für Featured Snippets – weiterführende Links:

6. Teilen ist das neue Haben

Das Teilen Eurer Inhalte auf Twitter, Facebook und Pinterest ist zwar noch kein veritabler Backlink, und die Bewertung von Social Signals durch Google ist eher gering, aber über die sozialen Medien vergrößert sich die Reichweite einer Website und ihrer Inhalte. So steigt auch die Chance, dass sie Backlinks erhält. Machen wir es also den Besuchern leicht, Artikel zu posten, twittern, pinnen.

Da die Buttons, die von den sozialen Medien dafür bereitgehalten werden, schon beim Laden der Seite Daten der Besucher übertragen, verwendet man besser den Shariff Wrapper. Er entspricht dem deutschen Datenschutzrecht und Ihr seid auf der sicheren Seite. Noch ein Bonus: Das Plugin erlaubt, ein speziell für Pinterest optimiertes Bild im Code einzubinden.

7. Ohne SSL geht nichts mehr

Inzwischen sollte jede Website über eine verschlüsselte Verbindung ausgeliefert werden. Ist das nicht der Fall, erscheint vor der Adresse der Seite im Browser ein Warnhinweis statt eines grünen Vorhängeschlosses. Sollte sich auf einer nicht verschlüsselten Seite ein Login-Formular befinden, fällt die Warnung noch deutlicher aus.

Die verschlüsselte Datenübertragung ist ein also wichtiges Qualitätsmerkmal einer Website, das Vertrauen beim Besucher schafft. Das sieht auch Google so und wertet SSL als (kleinen) Rankingfaktor.

Ein einfaches SSL-Zertifikat verursacht heute auch keine hohen Kosten mehr, in manchen Hostingpaketen ist schon eines enthalten. Auch die Umstellung auf HTTPS ist problemlos machbar. Dafür braucht man nicht mal ein Plugin!

8. Tempo machen!

Schon länger bewertet Google die Ladezeit einer Webseite, wenn sie auch als Rankingfaktor nicht auf Platz 1 steht. Darüber hinaus ist die Geschwindigkeit der Website eine wichtige Voraussetzung für ihren Erfolg bei den Besuchern. Wer wartet schon gerne, besonders, wenn die Inhalte über mobile Geräte aufgerufen werden?

Informiert Euch über Stärken und Schwächen Eurer Seiten bei Google PageSpeed Insights und arbeitet die Liste der Fehler sorgfältig ab.

Problemzone Server

WordPress ist als Content Management System eher genügsam, was die Rechenleistung des Webservers angeht, aber das billigste Hosting-Angebot muss es auch nicht gerade sein. Wer nicht mehr investieren möchte, kann mit der Umstellung des Paketes auf PHP 7 das Tempo steigern. Bitte vorher testen, ob alle Plugins den Umzug mitmachen.

Problemzone Bilder

WordPress erstellt für Beitragsbilder automatisch Responsive Images. So wird je nach Bildschirmgröße das passende Bild geladen und überflüssiger Datentransfer vermieden. Dennoch sind Bilder, die der Redakteur frisch von der Kamera hochlädt, gewöhnlich zu groß. Durch Kompression lässt sich die Dateigröße von Fotos massiv reduzieren, ohne dass auf einem Bildschirm ein Qualitätsunterschied merkbar wäre. Plugins wie EWWW Image Optimizer optimieren die Bilder beim Upload, eine zusätzliche Bildbearbeitungssoftware braucht man also nicht.

Wer Logos und Icons als SVG einbindet, spart zusätzliche Serveranfragen und steigert so die Geschwindigkeit der Seite. Mit dem Plugin SVG Support versteht WordPress SVG und erzeugt bei Bedarf den Inline-Code.

Problemzone Javascript und CSS

Generell ist es eine gute Entscheidung, wenn man ein möglichst schlankes, einfaches Theme ohne zusätzliche Features nutzt. Diese bringen Skripte und Styles mit, die den Code aufblähen und – wenn sie ungünstig eingebunden sind – beim Aufruf der Seite das Erscheinen der ersten Inhalte verzögern. Ein Minuspunkt bei PageSpeed Insights!

Wenn Eure Website doch aufwendige Features benötigt, könnt Ihr mit dem Plugin Autoptimize an vielen Stellschrauben drehen, um HTML-Code, Javascript und CSS zu verschieben, zu minimieren und zu komprimieren.

Unabhängig davon lässt sich mit einem Cache-Plugin wie WP Super Cache noch mehr Geschwindigkeit herausholen: Es spart kostspielige Datenbankabfragen und die Ausführung von PHP-Skripten.

9. Der Weg ist das Ziel: alte Beiträge optimieren

Auch die Inhalte Eurer Website sind einen Blick wert. Wer seine Statistiken liest, kennt auch die meistgelesenen Artikel seiner Website. Vielleicht ist vor 2 Jahren schon viel Herzblut plus Recherche hineingeflossen, aber jetzt sind die Fakten überholt. Wer den Beitrag liest, wird ihn kaum mehr verlinken wollen.

Upcycling ist eine gute Chance, ihn für die Suchmaschinenoptimierung Eurer Website wieder nutzbar zu machen.

  • Ein Keyword-Check zeigt, ob der Artikel wirklich für einen Suchbegriff optimiert ist: Yoast SEO analysiert den Text und bewertet die Relevanz für das Keyword.
  • Google bevorzugt lange, umfassende Artikel. Überprüft Euren Inhalt, ob Ihr ihn für sein Thema weiter ausbauen könnt.
  • Besucher brauchen Aktualität: Gerade bei Inhalten, die schnell überholt sind, lohnt sich eine neue Recherche.

Jetzt soll der aktualisierte Beitrag nur noch ganz vorn im Blog oder in der Liste der News erscheinen: Auf WordPress-Websites lässt sich das Datum der Veröffentlichung („Veröffentlicht am“) einfach anpassen.

Bonusmaterial: Nur was gemessen wurde, existiert

Suchmaschinenoptimierung ohne Hintergrundinformationen ist wie Stochern im Nebel: Man weiß nicht, was vorher war und wohin die Fahrt gehen soll. Kostenlose Tools liefern Daten und unterstützen Euch dabei, Euren Kurs zu bestimmen.

Wer seine Website mit der Google Search Console verbindet, erfährt unter anderem

  • Wo die Website strukturierte Daten enthält, ob diese korrekt sind und welche hinzugefügt werden können
  • Zu welchen Suchbegriffen sie gefunden wurde
  • Welche Backlinks darauf verweisen
  • Welche Probleme Google beim Aufruf der Seiten hatte

Ihr braucht dafür nur ein Google-Konto.

Mehr Informationen bieten Analysetools wie Google Analytics und Matomo (ehemals Piwik). Sie zeigen

  • Verweildauer der Besucher
  • Besucheraktionen auf der Website
  • Meistbesuchte Seiten
  • Ein- und Ausstiegsseiten
  • Informationen zu Geräten, mit denen die Besucher auf die Website zugegriffen haben
  • Und vieles mehr

Eine Auswertung der Daten hilft, Optimierungsmöglichkeiten und Schwachstellen auf der Website aufzudecken. Wir bevorzugen übrigens Matomo, da es auf dem eigenen Server installiert wird und somit die erhobenen Daten nicht an Dritte fließen.

Susanna Künzl

Susanna Künzl

Dr. Susanna Künzl ist Geschäftsführerin von ambranet GmbH Agentur für Internet und Unternehmenskommunikation. Sie ist spezialisiert auf Websites mit den Content Management Systemen TYPO3, Drupal und WordPress.
Susanna Künzl

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