Frz. Workshop-Reihe zum internationalen eCommerce: Italien

Eine neue Workshop-Reihe des französischen Branchenverbandes ACSEL (Association de l’économie numérique) und der französischen Export-Agentur Ubifrance befasst sich mit dem internationalen Online-Handel. In sieben Workshops werden jeweils ein oder zwei Länder und ihr eCommerce-Potenzial unter die Lupe genommen. Den Anfang machten im Mai Spanien und Italien. Die wichtigsten Erkenntnisse der Veranstaltung zu Italien zusammengefasst (Spanien folgt in einem separaten Artikel):

Italien zeichnet sich durch einen sehr konzentrierten Markt aus (ähnlich wie Frankreich): 20% der Websites generieren 70% des Umsatzes. 67% davon verkaufen ihre Produkte auch international. Der Anteil des eCommerce am Gesamt-B2C-Handel ist mit 2,2% noch recht gering (im Vergleich: in Frankreich sind es 5%). Der italienische Markt wächst allerdings kräftig: zwischen 2010 und 2011 um 20% auf insgesamt 8,1 Mrd. EUR, die im eCommerce umgesetzt wurden.

Wachstum definiert vor allem den in Italien merklich steigenden Trend zum Mobile Commerce. Ein Wachstum um satte 210% im Jahr 2011 ist dem rasanten Anstieg der Smartphone-Nutzer zu verdanken – knapp 1/3 aller Italiener besitzt inzwischen ein Smartphone, das sind 21 Mio. Geräte. Der mobile Markt machte mit 81 Mio. EUR 1% des gesamten eCommerce-Marktes aus. Ein weiterer Trend: immer mehr Händler setzten auf Social Media-Kanäle für die Kundenkommunikation. Und, last but not least: die markenbewussten Italiener lieben Rabatt- und Couponing-Portale wie Groupon, Glamoo, Groupalia, Letsbonus oder Prezzo Felice, denn trotz der wirtschaftlichen Krise, die vor allem die Mittelschicht betrifft, wollen sie auf ihre Markenprodukte nicht verzichten.

Die mit Abstand wichtigste Branche auch im eCommerce ist die Modebranche: sie legte 2011 ein Wachstum um satte 38% hin – nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass der italienische Modemarkt zu den drei größten in Europa zählt.

Achillesferse des italienischen eCommerce ist die Logistik. Grund dafür: es gibt nur einen einzigen Logistikanbieter. Um den konkurrenzlosen Paketdienstleister Bartolini kommt kein Online-Händler herum – er zeichnet sich aber nicht gerade durch Schnelligkeit und Zuverlässigkeit aus. In Sachen Zahlung setzen die Italienier größtenteils auf Kreditkarten (72% aller Transaktionen im Jahr 2011) oder PayPal (15%).

Morgen: Die Erkenntnisse des Workshops zum eCommerce-Markt Spanien.

KF / msh | Quelle: ecommercemag.fr | ACSEL

Dr. Katja Flinzner

Textnerd, Teilzeit-Techie und Teejunkie. Sitzt an der Schnittstelle von Content und SEO und bringt komplexe digitale Themen in Fachartikeln, Workshops und Online-Kursen auf den Punkt. Bloggt seit 19 Jahren und schreibt heute hauptsächlich über Web, IT, eCommerce und digitale Bildung.
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