Frz. Workshopreihe zum internationalen eCommerce: Spanien

Eine neue Workshop-Reihe des französischen Branchenverbandes ACSEL (Association de l’économie numérique) und der französischen Export-Agentur Ubifrance befasst sich noch bis Ende des Jahres mit dem internationalen Online-Handel. In sieben Workshops werden jeweils ein oder zwei Länder und ihr eCommerce-Potenzial unter die Lupe genommen. Den Anfang machten im Mai Spanien und Italien. Die wichtigsten Erkenntnisse der Veranstaltung zu Italien haben wir bereits gestern zusammengefasst, heute nun die zentralen Aussagen zum spanischen Markt:

Mit einem Wachstum von 22% im Jahr 2011 ist der eCommerce einer der wenigen spanischen Wachstumsmärkte. Insgesamt konnte er einen Umsatz von knapp 11 Mrd. EUR verzeichnen – die wichtigsten Branchen dabei mit Abstand: Reisen und Tourismus. 55% der spanischen Internetnutzer kaufen inzwischen online, das sind 14 Mio. Online-Shopper, sie geben dabei im Schnitt 830 EUR pro Jahr aus. Dass Spanien in Sachen eCommerce im Vergleich etwa zu Frankreich noch deutlich aufzuholen hat, liegt dabei wohl weniger an mangelndem Vertrauen in den Online-Handel (im Gegenteil: 95% der Online-Shopper haben großes Vertrauen in den eCommerce), sondern am noch zu geringen Angebot: Handlungsbedarf besteht vor allem bei den traditionellen stationären Händlern, die das Internet als Vertriebsweg noch immer nicht so richtig akzeptiert haben.

Angesichts der wirtschaftlichen Krisensituation Spaniens nur folgerichtig: die Spanier kaufen gerne günstig. Couponing-Plattformen und Shopping Clubs gehören zu den beliebtesten Angeboten im Netz: der Preis bestimmt die Nachfrage. Wer den spanischen  Markt erobern möchte, muss sich also auf einen harten Preiskampf einstellen.

In Sachen Logistik ist der spanische eCommerce-Markt gut bedient. Im Unterschied zu Italien, wo ein einziger, konkurrenzloser Logistiker das Geschehen bestimmt, gibt es in Spanien etwa 20 Wettbewerber um den Pakettransport.

Und wenn es ans Zahlen geht, verlassen spanische Online-Shopper sich am liebsten auf ihre Debitkarten (70%) oder auf PayPal.

In den Juni-Workshops aus der Reihe „Atelier eCommerce International“ kommen gleich jede Menge Länder auf den Tisch: Benelux und Skandinavien stehen auf dem Programm. Man darf gespannt sein, was die Länderexperten hierzu zu sagen haben!

KF / msh | Quelle: ecommercemag.fr | ACSEL

Dr. Katja Flinzner

Dr. Katja Flinzner

Textnerd, Teilzeit-Techie und Teejunkie. Sitzt an der Schnittstelle von Content und SEO und bringt komplexe digitale Themen in Fachartikeln, Workshops und Online-Kursen auf den Punkt. Bloggt seit 19 Jahren und schreibt heute hauptsächlich über Web, IT, eCommerce und digitale Bildung.
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