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Wie sieht ein SERP aus? Aufbau von Suchergebnisseiten von Google Ads bis Rich Cards

Was genau sind eigentlich diese ominösen SERPs? Ganz einfach: Suchergebnisseiten. SERP ist die Abkürzung für Search Engine Result Page und bezeichnet also eine Ergebnisseite einer Suchmaschine.

Die einzelnen Suchergebnisse, die auf dieser Seite ausgegeben werden, nennt man meist SERP-Snippets. Aber Suchergebnisseiten bestehen – vor allem bei Google – nicht aus SERP-Snippets allein.

Was du sonst noch alles auf den Suchergebnisseiten von Google findest und was das für dein SEO bedeutet, erzähle ich dir in diesem Artikel.

Organisch vs. bezahlt

Google gibt es seit 1998. Schon zwei Jahre später startete das Google Premium Sponsorship Program und nur wenige Monate danach das erweiterte Werbesystem Google AdWords. Heute heißen die Werbeanzeigen bei Google ganz knapp Google Ads.

Werbeanzeigen sind quasi bezahlte Suchergebnisse, die in der Regel vor allen übrigen Ergebnissen angezeigt werden.

Diese „übrigen“, das sind die eigentlichen Suchergebnisse aus dem Google-Index, auch „organische“ Suchergebnisse genannt.

In den letzten Jahren und Monaten hat Google diverse Layout-Änderungen vorgenommen, die dafür gesorgt haben, dass die Werbeanzeigen immer schwieriger von den organischen Suchergebnissen zu unterscheiden sind.

Stand heute (Mai 2021):

adwords vs organic commented • Wie sieht ein SERP aus? Aufbau von Suchergebnisseiten von Google Ads bis Rich Cards

Der einzige sichtbare Unterschied: Vor dem bezahlten Eintrag steht das Wort „Anzeige“. Und die Anzeigenkunden haben außerdem die Möglichkeit, eine Telefonnummer mit ausgeben zu lassen.

Zum Verwechseln ähnlich: Organische Suchergebnisse und AdWords-Anzeigen gleichen sich bei Google optisch immer mehr an. #SERPs #SEO Klick um zu Tweeten

Aber auch die organischen Suchergebnisse sehen schon lange nicht mehr alle gleich aus, denn in seinem Bestreben, den Nutzer*innen möglichst genau das zu liefern, wonach sie suchen, sortiert Google nicht nur alle Ergebnisse nach Relevanz, sondern zieht auch die als besonders relevant erachteten Informationen aus der Masse heraus und hebt sie hervor.

Zum Beispiel anhand von Featured Snippets.

Ein Featured Snippet ist ein hervorgehobenes Suchergebnis. Googles Ziel damit: Den Nutzer*innen die Antwort auf ihre Frage direkt in den Suchergebnissen zu liefern. Hierzu zeigt es einen Ausschnitt aus der Website, die aus Googles Sicht die Frage am besten beantwortet, noch vor allen anderen organischen Suchergebnissen.

Dabei ist auch hier der Trend deutlich erkennbar, die Grenzen zwischen den verschiedenen Arten von Snippets verschwimmen zu lassen. Denn während Featured Snippets noch vor kurzem in Kästchen vom Rest abgesetzt wurden, sind sie neuerdings nur noch mit einer dünnen Linie und einem Info-Link von den restlichen Suchergebnissen abgetrennt.

Screenshot der alten Featured-Snippet-Darstellung in Google-SERPs

In einem Kästchen hervorgehoben und manchmal sogar bebildert. So sahen Featured Snippets noch vor kurzem aus. | Screenshot: google.com

 

Screenshot des Featured Snippets zur Suchanfrage "was ist ein featured snippet"

Fast wie alle anderen, nur ganz oben. So sehen Featured Snippets neuerdings aus. | Screenshot: google.com

Das konkrete Layout ändert sich also immer mal wieder – wie so oft bei Google, aber eins bleibt derzeit gleich: Der Inhalt steht im Vordergrund und wird deshalb als erstes ausgegeben.

Featured Snippets landen also nicht auf Platz 1 bei Google, sondern auf Platz 0.

Klingt super? Ja und nein. Natürlich bringt es unglaublich viel Sichtbarkeit, mit einem Suchergebnis ganz oben auf Googles Suchergebnisseite angezeigt zu werden. Was das allerdings nicht zwangsläufig auch mit sich bringt, sind Klicks. Denn Googles Ziel in diesem Moment ist es ja, die Frage bereits im SERP zu beantworten, so dass ein weiterer Klick auf die dahinterstehende Website gar nicht mehr nötig ist. Das ist schön für den Nutzer und die Nutzerin, aber schlecht für dich, wenn du deinen Erfolg in Traffic misst. Viele verbinden mit der Zunahme solcher Zero-Click-Searches schon geradezu apokalyptische Prognosen, aber soweit, dass niemand mehr auf deiner Seite landet, wird es wohl nicht kommen. Zumindest wenn du dort mit hochwertigen Inhalten und relevantem Leser*innen-Nutzen aufwartest.

Auf Platz 0 bei Google: Was sind eigentlich Featured Snippets? #SEO #SERPs Klick um zu Tweeten

Natürlich ist es durchaus ein erstrebenswertes Ziel, mit seinen Seiten auf dem ersten nullten Platz bei Google zu landen. Denn wenn du stattdessen erst ein paar Plätze weiter hinten auftauchst, heißt das ja nicht, dass Nutzer*innen auf der Suche nach einer kurzen Information auf deinen Eintrag klicken – nur weil dein SERP-Snippet die Information nicht gleich mitliefert. Nein – sie ziehen sich die benötigte Information aus dem Featured Snippet des Wettbewerbers und sind wieder weg – wenn sie ihnen genügt. Und wenn sie ihnen nicht genügt? Worauf klicken sie dann? Mit deutlich größerer Wahrscheinlichkeit auf den Eintrag, der schön hervorgehoben am Anfang der Suchergebnisseite steht, als auf einen anderen.

Searchmetrics, die im obigen Beispiel den nullten Platz belegen, haben hierfür übrigens eine sehr smarte Lösung gefunden. Ihr SEO-Title sagt nämlich direkt aus, dass dahinter noch MEHR Infos stecken als nur die kurze Erklärung im Featured Snippet. Wer also nicht eine kurze Begriffsklärung, sondern tiefergehende Inhalte sucht, weiß direkt, dass er hier richtig ist.

 

Antworten noch vor der Frage

Und es geht sogar noch schneller als mit Platz 0. Denn Google versucht immer häufiger, die Antwort schon zu finden, wenn die Frage noch gar nicht gestellt ist.

Bestimmt kennst du Google Suggest oder Autocomplete. Google nennt diese Funktion Search Predictions. Wenn du in Googles Suchfeld anfängst zu schreiben, versucht Google dabei zu erraten, wonach du wohl suchst und liefert mit jedem Buchstaben mehr neue Vorschläge. Derzeit reicht es (leider), ein c einzugeben, und schon schlägt Google covid-19 vor. (Und wir alle warten voller Ungeduld auf den Tag, an dem der erste Vorschlag für c endlich café ist.)

Google liefert mit seinen Predictions aber noch mehr als nur mögliche Suchbegriffe. Je nach Frage liefert es die Antwort nämlich schon direkt im Suchfeld mit dazu.

Wie hoch ist.... der Kölner Dom? Die Antwort kommt bei Google schon vor der Frage.

Die Antwort kommt also schon, noch bevor die Frage ausgeschrieben ist.

Immer häufiger beantwortet Google Fragen schon, bevor sie überhaupt zuende gestellt wurden. #SERPs #SEO #Autocomplete Klick um zu Tweeten

Und das gilt nicht nur dann, wenn die Frage sich wie oben mit einer einzigen Zahl beantworten lässt.

Was ist ein Hendiadyoin: Die Antwort liefert Google direkt im Suchfeld."

Rich Cards

Möglicherweise kennst du schon Rich Snippets. Das sind mit zusätzlichen Informationen aufgehübschte SERP-Snippets, also Suchergebnis-Einträge für bestimme Ergebnis-Typen, die zum Beispiel bei Rezepten Kalorienangaben und Zubereitungsdauer sowie Fotos enthalten.

Seit 2016 gibt es außerdem Rich Cards. Während das neue Feature zunächst nur in der Mobile Search und nur für sehr wenige Kategorien genutzt wurde, hat es inzwischen seinen Weg in die Desktop-Suche gefunden und wird für immer mehr Themenbereiche eingesetzt:

Darunter zum Beispiel Schlagzeilen, Rezepte sowie Reisetipps und Sehenswürdigkeiten.

Rich Cards in den SERPs: Reisetipps und Top-Sehenswürdigkeiten in Nepal

Anders als Rich Snippets, die zwar mehr Informationen enthalten, sonst aber genau wie Standard-Suchergebnisse untereinander auf der Suchergebnisseite aufgelistet werden, werden Rich Cards in einer Karussell-Darstellungsform optisch von den übrigen Ergebnissen abgesetzt.

Voraussetzung für das Auftauchen in Googles Rich Cards ist, dass du deine Inhalte mit sogenannten strukturierten Daten versiehst. Über das schema.org-Markup kannst du der Suchmaschine so in strukturierter Form verraten, welche Informationen sie bei dir findet.

Eine vollständige Liste, welche Formate sich mit schema.org auszeichnen lassen, findest du auf der Website von schema.org selbst.

Viele SEO-Plugins oder spezielle schema.org-Plugins machen das Auszeichnen solcher Informationen auch für Nicht-Tekkies möglich.

Knowledge Panel zu contentIQ

Knowledge Panel

Bestimmt hast du dich oder dein Unternehmen schon mal selbst gegoogelt. Wenn nicht, wird es höchste Zeit – denn du solltest unbedingt wissen, wie Google dich der Außenwelt vorstellt.

Wenn du einen Google-My-Business-Account hast, stehen die Chancen ganz gut, dass du dich bei einer Suche nach dir selbst groß und prominent im sogenannten Knowledge Panel wiederfindest. Das ist die auffällige Box rechts von den übrigen Suchergebnissen am Anfang einer Suchergebnisseite. Das Knowledge Panel basiert auf Googles Knowledge Graph, einer Wissensdatenbank, die wiederum aus den unterschiedlichsten Quellen gespeist wird – zum Beispiel der Wikipedia oder dem CIA World Factbook. Oder eben aus Google My Business. Solche Business-Daten werden vor allem bei Markensuchen oder Suchen mit lokalem Bezug ausgeworfen. Bei der Suche nach bekannten Persönlichkeiten, Sehenswürdigkeiten oder klassischen „Wissensthemen“ (Pflanzen, Tiere, Länder, Technologien usw. usf.) wiederum kommen verstärkt andere Quellen zum Einsatz.

Ob du mit deiner Website im Knowlege Panel vorkommst, entscheidet Google. Ein bisschen kannst du es aber durchaus mit beeinflussen. Etwa dadurch, dass du einen Google-My-Business-Account anlegst und sorgfältig pflegst. Dann kannst du auch Änderungen an den hinterlegten Daten anstoßen oder Fehler korrigieren. Gibt es zu deinem Unternehmen einen Wikipedia-Artikel? Das steigert ebenfalls deine Chancen auf eine prominente Darstellung – genauso wie strukturierte Daten zu deinem Unternehmen auf deiner Website.

Ein gut gepflegter Google-My-Business-Eintrag ist die halbe Miete für das Knowledge Panel. #SERP #SEO #LocalSEO Klick um zu Tweeten

SEO und SERPs

Ob und wie du dein Auftauchen in den verschiedenen SERP-Bestandteilen beeinflussen kannst, habe ich oben an den entsprechenden Stellen bereits angesprochen. Darüber hinaus hilft ein Blick in die SERPs dir auch bei deiner SEO-Strategie, etwa im Rahmen der Keywordrecherche. Wenn du zum Beispiel feststellst, dass bei deinem präferierten Ziel-Keyword die Suchergebnisseite mit Anzeigen, Featured Snippets und Rich Cards schon so „vollgekleistert“ ist, dass dein eigener organischer Eintrag selbst bei einer Nummer-1-Platzierung schon „below the fold“ landet (also nur mit Scrollen zu erreichen ist), könnte es sich empfehlen, noch einmal innezuhalten und zu überlegen, ob es nicht ein anderes Keyword gibt, mit dem du einfacher wahrgenommen wirst.

Schließlich hilft dir ein Platz 1 in deiner Keyword-Statistik nur dann weiter, wenn der dazugehörige Eintrag auch tatsächlich gesehen – und idealerweise geklickt – wird. Mal ganz abgesehen davon, dass der erste Platz bei solchen umkämpften Keywords häufig nur mit viel Aufwand erreichbar ist.

Alles bleibt anders

Google ändert Aufbau und Design seiner SERPs häufiger als ein Teenager seine Socken. Deshalb kann es gut sein, dass mit dem Erscheinen dieses Artikels oder kurz danach das Layout schon wieder etwas anders aussieht, neue Features dazugekommen und andere wieder eingestellt worden sind. Wenn das so ist, kannst du das auch als Vorteil betrachten, denn mit jeder Veränderung lässt sich mehr über die Richtung erkennen, in die Google sich bewegt. Nimm also nur nicht alles unhinterfragt hin und schau im Zweifel selber nochmal nach, bevor du irgendwelche Maßnahmen startest, um deine Website in den hier vorgestellten speziellen Bereichen der Google SERPs zu platzieren. Sofern das denn überhaupt in deiner Macht liegt.

KF/ciq

Dr. Katja Flinzner
1 Kommentar
  1. dierk ide
    dierk ide sagte:

    Mal wieder sehr informativ auch für einen Oldie, der es eigentlich nicht wirklich braucht. Danke also und weiter so oder besser mehr, mehr, mehr… wie der kleine Hävelmann

    Antworten

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