Ampel in der Nacht | Rot, Gelb und Grün

Wie funktioniert eigentlich Keywordrecherche?

Der Blogartikel ist fertig und muss „noch schnell“ ein bisschen SEO-optimiert werden. Also schauen wir mal, was YOAST dazu sagt. Aber halt: Damit mir die hübsche Ampel-Wertung auch vernünftig angezeigt wird, muss ich ja ein Keyword definieren. Mist. Welches nehmen wir denn da? Heute mal „Keywordrecherche“. Vermutlich. Ah, passt doch. Ist schon fast grün.

Sieht das bei dir ähnlich aus?

Hand auf’s Herz – wie genau überlegst du dir, welches Keyword du beim aktuellen Blogartikel, der neuen Landing Page oder der Produktbeschreibung in den Mittelpunkt stellen möchtest? Das Wissen darüber, wie man eine Seite zumindest grob keywordoptimiert, ist inzwischen – auch dank benutzerfreundlicher Tools wie YOAST, RankMath & Co. – relativ weit verbereitet. Auf welches Keyword genau man seine Optimierungsbemühungen fokussiert, wird aber in der Arbeitsrealität viel zu häufig im Schnellverfahren entschieden. Dabei bringt eine sorgfältige Keywordrecherche doch die eine oder andere Überraschung mit sich. Die Seite ist durchgängig auf „Notebooks“ optimiert, die Leute suchen aber viel häufiger nach „Laptop“? Na gut, Google wird schon verstehen, dass wir dasselbe meinen…

Tatsächlich versteht Google das inzwischen auch meistens. Dennoch sind natürlich die Seiten im Vorteil, die direkt die „richtigen“ Begriffe verwenden. Und der Nutzen von Keywordrecherche geht ohnehin weit über das Ausräumen von Begriffsunklarheiten hinaus.

Wann ist Keywordrecherche sinnvoll?

In der Praxis wird eine Keywordrecherche häufig in dem Moment angegangen, in dem jemandem auffällt, „dass man wohl mal SEO machen müsste“. Viel zu oft führt das dazu, dass die Ergebnisse im Anschluss entweder in irgendwelchen Excel-Listen vor sich hin schimmeln oder dass plötzlich die gesamte Website umgeworfen und neu strukturiert werden soll. Keins davon ist so richtig befriedigend. Deshalb ist der richtige Zeitpunkt für die Keywordrecherche eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, dieses mächtige Werkzeug erfolgreich einzusetzen.

Wichtig und hilfreich ist eine Keywordrecherche zum Beispiel in den folgenden Situationen:

  • vor dem Verfassen eines Websitetextes oder Blogartikels,
  • vor dem Überarbeiten eines Websitetextes oder Blogartikels,
  • im Rahmen der Content-Planung oder
  • im Rahmen der Website-Konzeption.

Was natürlich nicht heißt, dass man nicht auch nach dem Bauen einer Website noch Keywords recherchieren kann. Nur sollte man dann darauf gefasst sein, dass dann auch zusätzliche Arbeit auf einen zukommt. Denn mit dem Recherchieren der richtigen Suchbegriffe alleine ist es ja nicht getan – hilfreich sind sie erst, wenn sie auch tatsächlich genutzt und richtig eingesetzt werden.

Wann ist eigentlich der richtige Moment für die Keywordrecherche? #seo #keywordrecherche Klick um zu Tweeten

Was genau sind Keywords?

Als Keywords („Schlüsselbegriffe“) bezeichnet man allgemein die Wörter, Begriffe und Phrasen, die repräsentativ für den Inhalt einer Seite stehen. In einer perfekten Welt würden potenzielle Leserinnen und Leser in Suchmaschinen nach genau diesen Begriffen suchen. Nun ist die Welt aber bekanntermaßen alles andere als perfekt. Deshalb sind Keywords in der Praxis der Suchmaschinenoptimierung (SEO) zunächst einmal ganz banal die Begriffe, auf die eine Seite optimiert wird. Die also besonders häufig und an besonders auffälligen Punkten verwendet werden – in der Hoffnung, dass Google & Co. die Seite für diesen Begriff als besonders relevant einstufen. Und dass potenzielle Kund:innen dann auch genau diese Begriffe verwenden, um nach den entsprechenden Produkten oder Dienstleistungen zu suchen.

Genau genommen ist der Begriff Keyword übrigens irreführend. Denn häufig sind Keywords keine einzelnen Wörter, sondern Wortkombinationen. Deshalb sprechen SEO-Tools und -Plugins auch immer häufiger von Keyphrasen.

Ampel in der Nacht | Rot, Gelb und Grün

Ampelwertungen in SEO-Plugins sind eine schöne Sache. Ohne saubere Keywordrecherche bringt eine grüne YOAST-Wertung aber gar nichts. | Foto: Elijah O’Donnell via Pexels

 

Was für Arten von Keywords gibt es?

Keywords lassen sich anhand ihrer Länge in unterschiedliche Kategorien unterteilen.

  • Shorttail-Keywords bestehen meist aus einem einzigen Wort.
  • Midtail-Keywords umfassen eine Kombination aus zwei bis drei Wörtern.
  • Longtail-Keywords sind Phrasen aus vier oder mehr Wörtern.

In einer vereinfachten Darstellung werden Midtail-Keywords häufig auch den Longtail-Keywords zugeordnet.

Bei der Abgrenzung muss man übrigens durchaus ein bisschen aufpassen. Im Deutschen bedeutet Shorttail in der Regel auch, dass der Begriff aus einem einzelnen Wort besteht. Auch wenn es nicht gleich der sprichwörtliche Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitän sein muss, kann das ziemlich lang sein.

Im Englischen (oder auch bei eingedeutschten (Fach)Begriffen aus dem Englischen) kann ein Begriff aber auch schonmal aus zwei oder mehr Wörtern bestehen. Während im Deutschen suchmaschinenoptimierung nur ein Wort braucht, wäre das englische Äquivalent das aus drei Wörtern bestehende search engine optimization. Drei Wörter, aber ein Begriff – und somit ein Shorttail-Keyword. Zum Longtail wird es im Englischen erst in Keyphrasen wie how to learn search engine optimization.

Short-, Long- oder Midtail? Welche Keywords sind besser?

Darauf gibt es eine ganz klare Antwort: Kommt drauf an. Denn das hängt natürlich vom individuellen Fall ab: vom Thema, von der Branche, vom individuellen Ziel und auch vom Budget.

Je kürzer das Keyword, desto schwieriger ist es, bei Google auf die ersten Plätze zu kommen. Das gilt natürlich nicht allgemein über alle Keywords, aber innerhalb eines vergleichbaren Themas lässt sich diese Faustregel durchaus anwenden. Zumindest in den meisten Fällen – Ausnahmen bestätigen die Regel.

Wenn es nicht gerade um sehr spezifische Begriffe geht, ist bei Shorttail-Keywords die erste Google-Seite häufig in der Hand von Branchenriesen, etablierten Informationsplattformen wie Wikipedia oder von großen Vergleichs- oder Bewertungsportalen.

Darüber kann man sich ärgern. Oder konstruktiv damit umgehen. Denn bevor du dir graue Haare darüber wachsen lässt, dass du mit der eigenen Website niemals vor der Wikipedia landen wirst, lohnt es sich, kurz darüber nachzudenken, ob du an dieser Stelle überhaupt so viel verlierst. Shorttail-Keywords haben neben ihrer (Quasi-)Unerreichbarkeit nämlich noch einen weiteren schwerwiegenden Nachteil: Sie sagen nur sehr wenig bis nichts über die hinter der Suche stehende Intention aus. Das macht es sehr schwer, die Erwartungen des Suchenden zu erfüllen.

Du kommst mit deinem Keyword nicht an den Giganten vorbei? Ärgern wäre eine Option - auf den Longtail setzen eine andere. #seo #keywords #keywordrecherche Klick um zu Tweeten

Die Suchintention (also ob jemand zum Beispiel eher ein allgemeines Informationsinteresse hat oder vielleicht schon konkrete Kaufabsichten) entscheidet aber darüber, welchen Inhalt die Nutzer:innen erwarten und wie sie sich im weiteren Verlauf verhalten.

Mid- oder sogar Longtail-Keywords verraten deutlich mehr über die Suchintention. Die Suche nach wo kann ich seo lernen ist eine deutlich präzisere Frage als einfach nur seo. Wer Longtail-Keywords ins Auge fasst, kann seine Inhalte also deutlich besser auf die hinter der Suche stehende Frage zuschneiden. Und umso genauer passen Suchinteresse und tatsächlicher Inhalt hinterher zusammen.

Wie finde ich die richtigen Keywords?Wie finde ich die richtigen Keywords?

Tja, und wie funktioniert Keywordrecherche nun konkret? Methoden zum Ermitteln der richtigen Keywords gibt es viele. Eine bewährte Vorgehensweise lässt sich in den folgenden drei Schritten zusammenfassen:

1. Keywords sammeln

Am Anfang der Keywordrecherche steht in der Regel ein Brainstorming, in dem alle mit den eigenen Produkten oder der eigenen Dienstleistung zusammenhängenden Begriffe gesammelt werden. Um eine möglichst große Bandbereite zu erzielen, empfiehlt es sich, das Brainstorming nicht alleine durchzuführen, sondern sich von anderen dabei helfen zu lassen.

Um die so erstellten Keywordlisten zu erweitern, kannst du außerdem Keywordtools befragen. Dafür bieten sich zum Beispiel der KWFinder* von Mangools oder Ubersuggest an.

* Affiliate-Link. Wenn du über diesen Link auf die Mangools-Seite klickst und ein Abo abschließt, bekomme ich dafür eine Provision. Für dich hat das keinerlei Nachteil und meine Beurteilung der Tools beeinflusst das in keiner Weise. Ohnehin baue ich Affiliate-Links nur dann ein, wenn ich vom dazugehörigen Tool wirklich überzeugt bin.

2. Keywords bewerten

Die genannten Tools liefern dir auch Informationen zu Suchvolumen, Trendentwicklung und Konkurrenzsituation, anhand derer du deine Keywords bewerten kannst. So findest du heraus, für welche Keywords sich eine Optimierung besonders lohnt, oder bei welchen alle SEO-Bemühungen von Anfang an zum Scheitern verurteilt (oder zumindest eine harte Herausforderung) sind.

3. Keywords strukturieren

Stehen die Suchphrasen fest, sollten sie in eine gut sortierte Struktur gebracht werden. Das gelingt zum Beispiel mithilfe von Mindmaps. So lassen sich Überschneidungen und Unterschiede am besten ermitteln. Am Ende kommen dabei thematisch zusammenhängende Keywordcluster heraus, die dann einzelnen Unterseiten zugeordnet werden können.

Keywordlisten aktuell halten

Einmal fertig, immer fertig? Schön wär’s. Bekanntlich ist nichts beständiger als die Veränderung. Das gilt natürlich auch für Keywords. Deshalb solltest du sie in regelmäßigen Abständen erneut unter die Lupe nehmen. Hat sich das Suchvolumen verändert? Ist die Konkurrenz gewachsen? Haben sich neue Begriffe durchgesetzt?

Eine Keywordliste aus dem vergangenen Jahr solltest du tunlichst nicht als Basis für deine Website-Überarbeitung nehmen.

Keywords sind das Bindeglied zwischen Content und SEO

Wenn du häufiger mal in meinem Blog liest, erinnerst du dich vielleicht an meinen Artikel über die Texter und SEOs, die sich gegenseitig den Berg hinaufhelfen sollten. Darin habe ich ausführlich erklärt, warum sich Content und SEO nicht voneinander trennen lassen, sondern zwei Seiten ein- und derselben Medaille sind. Und das Bindeglied zwischen beiden sind Keywords.

Sorgfältig recherchierte Keywords sind nämlich keine SEO-Spinnerei und auch kein Folterinstrument für Texter:innen, sondern unglaublich wertvolle Einblicke in den Kopf deiner potenziellen Kunden und Kundinnen. Sie verraten dir, welche Fragen deine Leser:innen sich stellen, vor welchen Herausforderungen sie stehen, mit welchen Lösungen du ihnen helfen kannst – und was sie genau erreichen wollen.

Gut recherchierte Keywords sind das Bindeglied zwischen Content und SEO. #SEO #Keywordrecherche #contentliebtseo Klick um zu Tweeten

Keywordrecherche von Grund auf lernen

Wenn du dich richtig ausführlich mit dem Thema Keywordrecherche auseinandersetzen willst, empfehle ich dir Modul 2 meines Online-Kurses SEO-Jetzt!. Darin dreht sich nämlich 6 Wochen lang alles nur um Keywordrecherche. Wir befassen uns mit Keywordformen, Suchintentionen und Keywordrankings und gehen alle drei oben genannten Schritte einer Keywordrecherche sorgfältig gemeinsam durch – an deinem individuellen Thema. Danach hast du nicht nur verstanden, warum Keywordrecherche so wichtig ist, sondern weißt auch genau, wie du sie umsetzt – und hast deine ersten fertig strukturierten Keywordlisten und Keywordcluster bereits vor dir liegen.

Der Pilotkurs startet am 21. September 2020 – wenn du dir noch einen der verbleibenden Plätze sichern möchtest, kannst dich hier direkt anmelden.

KF/ciq

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Dr. Katja Flinzner
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