Endlich wieder ruhig schlafen: So sichert ihr eure WordPress-Seite

Ihr habt im Büro eine Sicherungsfestplatte und die dazugehörige Software, die all Eure Daten täglich automatisiert hinüberkopiert? Oder alternativ einen Cloud-Server, auf dem alles Wichtige – selbstverständlich verschlüsselt – abgelegt wird? Prima! Dann seid ihr für den Ernstfall auf eurem Rechner ja gut vorbereitet. Und was ist mit eurer Website? Wie sorgt ihr dafür, dass auch eure WordPress-Website im Fall der Fälle wiederbelebbar ist?

Ist es euch schonmal passiert, dass eure Website nach einem WordPress-Update plötzlich nicht mehr so wollte wie vorher? Dass ein Plugin unerwünschte Auswirkungen hatte? Oder sogar ein Hackerangriff eure Seite lahmgelegt hat?
In solchen Fällen geht nichts, aber auch wirklich gar nichts über ein Backup eurer Website. Je aktueller, umso besser.

Wenn ihr eine statische Website habt, die vor zwei Jahren einmal angelegt wurde und auf der seitdem nichts passiert ist, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass so ein Backup sogar ohne, dass ihr euch groß darum gekümmert habt, noch auf irgendeiner Festplatte schlummert – und sei es auf der eures Webdesigners. Und zur allergrößten Not gibt es ja auch noch euren Webhoster – irgendeine Version wird der vielleicht auch noch aus seinen Sicherungen hervorkramen können.

Nicht auf Andere verlassen

Eigentlich sollte man sich für so ein zentrales Thema aber nicht unter Zuhilfenahme vieler „hoffentlich“s und „vielleicht“s auf Andere verlassen müssen. Und was, wenn sich auf der Website doch regelmäßig was tut? Ihr euren Blog mit neuen Artikeln füllt und dazu vielleicht sogar noch Kommentare von Lesern erhaltet?

Endlich wieder ruhig schlafen: Wie ihr eure WordPress-Website sichern könnt #WordPress #Backups Klick um zu Tweeten

Höchste Zeit, die Sicherung eurer Website selbst in die Hand zu nehmen, allerspätestens vor dem nächsten Update. Nur wie?

Was gehört ins Backup?

Eure WordPress-Website setzt sich zusammen aus Dateien und einer Datenbank. Die Dateien stellen quasi das Gerüst bereit, das aus der Datenbank mit Inhalten gefüllt wird.

Wenn ihr zum Beispiel einen neuen Beitrag eingebt, wird dieser in der Datenbank gespeichert. Ladet ihr dazu aber passende Bilder neu in die Mediathek hoch, werden diese als Datei abgelegt.

Die Verknüpfung zwischen Beitrag und Bilddatei erfolgt wiederum über die Datenbank.

Eure Backups müssen also Dateien und Datenbank gleichermaßen sichern.

Wie kann man diese Daten sichern?

Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, Backups eurer WordPress-Website zu erstellen:

  • manuell oder
  • via Plugin.

Manuelle Backups

Dateien

Um die Dateien manuell zu sichern, braucht ihr einen FTP-Client, z. B. Filezilla.

Mit diesem könnt ihr Dateien von eurem Rechner auf den Server hoch- oder umgekehrt vom Server auf den Rechner herunterladen.
Voraussetzung dafür ist ein entsprechender FTP-Zugang, den euch euer Webhoster im Administrationsbereich zur Verfügung stellt.

Links Rechner, rechts Server. Mit einem FTP-Client wie Filezilla könnt ihr Dateien von eurem Rechner auf den Server hochladen – oder wieder herunter.

Einmal mit dem Server verbunden, wählt ihr auf beiden Seiten – Rechner und Server – das gewünschte Verzeichnis aus, markiert die zu sichernden Dateien und/oder Verzeichnisse und startet den Download (in FileZilla: Rechte Maustaste > Herunterladen).

Fehlt noch die Datenbank

Um die Datenbank manuell zu sichern, braucht ihr einen direkten Zugriff, der euch vom Webhoster meist über phpMyAdmin zur Verfügung gestellt wird. Dort wählt ihr den Reiter „Exportieren“, klickt auf „OK“ – fertig. Für kleinere Projekte sollten die Standardeinstellungen absolut ausreichend sein. Sollte eure Datenbank zu umfangreich für die Konfiguration eures Webservers sein, kann es passieren, dass ihr den Export in mehrere Teile aufteilen müsst. Das ist zum Beispiel durch das Auswählen einzelner Tabellen über die Option „Angepasst“ möglich. Damit ein Backup auf diese Art nicht zur Sisyphos-Arbeit wird, lohnen sich hierauf spezialisierte Skripte oder Programme wie der MySQLDumper. (Weitere Möglichkeiten zum Umgang mit umfangreichen Datenbank-Exporten findet ihr in diesem Artikel.)

Alles zu kompliziert?

Wer sich technisch normalerweise nicht über das WordPress-Dashboard hinausbewegt, für den können die obigen Schritte sich durchaus angsteinflößend anfühlen. Meiner Meinung nach kann es allerdings nie schaden, zu verstehen, was hinter den Kulissen der eigenen Website passiert und wie man sich auch ohne Plugin-Unterstützung helfen lassen kann. Was zum Beispiel, wenn euch der White Screen of Death ereilt und ihr gar nicht mehr in euer Dashboard hineinkommt? Dann ist es hilfreich zu wissen, wie ihr zum Beispiel via FTP auf eure Dateien zugreifen könnt.

Hilf dir selbst: Es schadet nie, zu verstehen, was sich hinter den Kulissen der eigenen Website abspielt. #WordPress #Backups Klick um zu Tweeten

Damit wir uns mit der Technik im Hintergrund nicht jeden Tag auseinandersetzen müssen, gibt es aber tatsächlich jede Menge Plugins, die uns das Sichern von WordPress abnehmen. Und die sind selbst dann, wenn man die manuelle Variante beherrscht, im Alltagseinsatz deutlich komfortabler und zeitsparend.

Backup mit Plugins

Es gibt die unterschiedlichsten Backup-Plugins für WordPress – manche kostenlos, manche mit kostenpflichtiger Pro-Version, manche eher schlicht, manche sehr komplex.

Bevor ihr euch für eines davon entscheidet, solltet ihr euch folgende Fragen stellen:

  • Wie häufig müsst ihr eure Website-Daten sichern?
  • Genügt es euch, wenn ihr die Backups manuell herunterladen könnt? Oder braucht ihr eine regelmäßige automatisierte Übertragung, etwa an einen Cloud-Server? Denn herunterladen solltet ihr sie regelmäßig, damit ein Angriff auf den/ein Ausfall des Servers nicht auch gleich eure Backups mitbetrifft.
  • Könnt ihr im Fall der Fälle das Backup manuell wieder aufspielen? Oder braucht ihr eine All-in-one-Lösung inkl. „Restore“-Funktion, die euch das Wiedereinspielen nach einem Unfall abnimmt?

BackUpWordPress

BackUpWordPress ist ein sehr schlichtes, aber zuverlässiges Backup-Plugin, mit dem ihr regelmäßige Backups von Dateien und/oder Datenbank automatisiert erstellen lassen könnt. Die früher einmal erhältlichen kostenpflichtigen AddOns für eine Cloud-Anbindung werden allerdings nicht weiter unterstützt.
Die Option, sich Backups per E-Mail zuschicken zu lassen, klingt zwar praktisch, ist aber aus DSGVO-Sicht nicht unbedingt empfehlenswert. Ohnehin funktioniert sie nur für kleine Installationen bzw. Datenbanken.

Selbsterklärende Plugin-Settings: Bei BackUpWordPress könnt ihr Backup-Intervalle, Zeitpunkt und Anzahl der auf dem Server belassenen Backups ganz einfach konfigurieren.

Vorteile
  • Flexibel und einfach zu konfigurieren.
  • Automatisierte, regelmäßige Backups.
Nachteile
  • Keine Cloud-Anbindung.
  • Keine Restore-Funktion.

Tut, was es soll.

Wem es ausreicht, seine Backups regelmäßig selber per Mausklick auf den eigenen Rechner herunterzuladen, der findet in BackUpWordpress eine sehr handliche, zuverlässige Lösung.

BackWPUp

Etwas umfangreicher ist das Plugin BackWPUp. Neben der Tatsache, dass sich die Backups auch an verschiedene Cloud-Dienste übermitteln lassen, bietet das Plugin außerdem die Möglichkeit, die Datenbank-Tabellen beim Export zu überprüfen und ggf. zu reparieren, eine Liste aller Plugins zu erstellen oder einen XML-Export aller WordPress-Daten vorzunehmen, mit dem sich Daten in eine separate WordPress-Installation hochladen lassen.

Die kostenpflichtige Pro-Version enthält eine integrierte Restore-Funktion, mit der die Website direkt aus den Backups wiederhergestellt werden kann, und ermöglicht außerdem das Verschlüsseln von Backups, was beim Übertragen in einen Cloud-Speicher empfehlenswert ist. Vor allem deshalb, weil sämtliche standardmäßig vorgesehenen Cloud-Dienste in den USA angesiedelt sind.
Eine interessante Alternative ist nicht zuletzt auch die Sicherung via FTP auf einen separaten Webserver – wenn man denn einen hat.

Im etwas umfangreicheren BackWPUp sind auch automatisierte Sicherungen in die Cloud möglich.

Vorteile
  • Automatisierte, regelmäßige Backups.
  • Inklusive XML-Export und Plugin-Liste.
  • Cloud-Anbindung möglich.
  • Automatisierte Sicherung via FTP möglich.
Nachteile
  • Verschlüsselte Backups nur in der Pro-Version.
  • Restore-Funktion nur in der Pro-Version.

Kann etwas mehr.

Wer seine Backups gerne automatisiert in der Cloud oder auf einem separaten Server speichern möchte, ist bei BackWPUp richtig. Die komfortable Restore-Funktion sowie eine Verschlüsselung der Backups gibt es allerdings nur in der kostenpflichtigen Pro-Version.

Updraft Plus

Wer sehr umfangreiche Projekte betreibt, stößt mit den o.g. Plugins möglicherweise an Grenzen, denn beide Plugins bekommen Probleme, wenn die Sicherungsdateien zu groß werden. Spätestens dann lohnt sich ein Blick auf Updraft Plus. Das Plugin ermöglicht eine Anbindung an zahlreiche Cloud-Speicher, darunter zum Beispiel Google Drive und hat – was wohl sein größter Pluspunkt ist – eine Restore-Funktion.
Die vielen verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten machen Updraft Plus jedoch vor allem für Einsteiger relativ unübersichtlich. Dazu kommt, dass nicht das gesamte Plugin ins Deutsche übersetzt ist, zwischendurch springt Updraft Plus immer wieder ins Englische.

Datenschutzrelevante Features wie das Verschlüsseln von Backups sowie die Übertragung via SFTP (anstelle des unverschlüsselten FTP) sind nur in der kostenpflichtigen Premium-Version zu haben.

Bei Updraft Plus gilt Funktionsumfang vor Übersichtlichkeit.

Vorteile
  • Automatisierte, regelmäßige Backups.
  • Große Auswahl an Cloud-Anbindungen.
  • Inklusive Restore-Funktion.
  • Automatisierte Sicherung via FTP möglich.
Nachteile
  • Datenschutzrelevante Features (verschlüsselte Backups, SFTP) nur in der Premium-Version.
  • Besonders für Einsteiger eher unübersichtlich.

Will manchmal zu viel.

Für umfangreiche Projekte ist UpdraftPlus das Backup-Plugin der Wahl. Die vielen Funktionen machen das Plugin eher unübersichtlich, dafür kann es auch richtig was. Datenschutzrelevante Features gibt es nur in der kostenpflichtigen Pro-Version.

Was tun im Notfall? Backups wieder aufspielen

Ein Backup zu haben, beruhigt ungemein. Solange man nicht sicher sein kann, dass aus dem Backup auch wieder eine funktionierende WordPress-Installation gemacht werden kann, ist das allerdings eine eher trügerische Ruhe. Deshalb empfiehlt es sich, das Wiederaufspielen eines Backups auch mal unter Realbedingungen zu testen. Wer dabei auf Nummer Sicher gehen möchte, kann das zum Anlass nehmen, mit dem Backup eine zweite Installation aufzusetzen und diese als Testumgebung zu nutzen. Wie das genau geht, schauen wir uns in einem der nächsten Artikel genauer an.

Und wenn der Notfall tatsächlich eingetreten ist? Auch dann ist es hilfreich, die Prozedur des Wiederherstellens schon einmal durchgemacht zu haben.

Wissen, wie es geht. Einmal die eigene Website wiederhergestellt zu haben, hilft, auch im Notfall die Nerven zu behalten. #WordPress #Backups Klick um zu Tweeten

Wenn ihr ein Plugin verwendet, das eine Restore-Funktion beinhaltet, ist das Wiederherstellen mit ein bisschen Glück mit wenigen Klicks getan. Vorausgesetzt, es sind unbeschädigte Backups noch genau dort vorhanden, wo ihr sie mit dem Plugin hingesichert habt. Ein solches Wiederherstellen wird zum Beispiel dann zum Einsatz kommen, wenn bei einem WP-, Theme- oder Plugin-Update oder bei der Installation eines neuen Plugins Probleme aufgetreten sind.

Sollte ein Hackerangriff oder ein anderer Datenverlust auf dem Server Ursache für die Notwendigkeit eines Wiederherstellens sein, solltet ihr besser auf ein anderswo gespeichertes Backup zurückgreifen. In solchen Fällen funktionieren im Zweifel auch die Restore-Funktionen der Plugins nicht mehr ohne Weiteres und es ist gut zu wissen, wie man auch ohne Plugin seine Website wiederherstellen kann.

Dateien wieder hochladen

So wie ihr oben die Dateien vom Server heruntergeladen habt, um sie lokal auf eurem Rechner zu sichern, könnt ihr sie auch wieder hochladen. Einfach mit dem FTP-Client auf dem Server anmelden, die entsprechenden Verzeichnisse auswählen, alles markieren, was ihr hochladen möchtet und den Upload starten (in Filezilla mit Rechter Maustaste > Hochladen).
Tipp: Wenn ihr erst einmal alles in ein neues Verzeichnis hochladet und nach abgeschlossenem Upload die Verzeichnisnamen ändert, könnt ihr sogar das alte Verzeichnis mit der „kaputten“ Installation vorerst behalten. Möglicherweise kann das für die Ursachensuche noch ganz hilfreich sein. Alternativ könnt ihr natürlich auch alles ins bisherige Verzeichnis hochladen, achtet dann aber darauf, dass ihr bestehende Dateien überschreibt.

Datenbank ersetzen

Dieser Schritt braucht etwas mehr Nerven, denn ihr kommt nicht darum herum, die alten Tabellen zu löschen. Es sei denn, ihr legt bei eurem Webhoster eine neue Datenbank an und passt die Angaben in der wp_config.php entsprechend an. Falls ihr euch tatsächlich noch auf Ursachensuche begeben möchtet, kann das eine gute Alternative sein.

Wenn es die alte Datenbank sein soll (oder muss, falls ihr nur eine Datenbank zur Verfügung habt), könnt ihr das Ersetzen in den folgenden drei Schritten erledigen:

1. Mit phpMyAdmin eure Datenbankverwaltung öffnen

Den Link findet ihr in der Regel in der Sektion „Datenbank“ im Adminbereich eures Webhosters – entweder unter der Bezeichnung phpMyAdmin oder unter „Verwalten“ o.ä.

2. Alle WP-Tabellen markieren und löschen

Achtung: Sollten noch andere Daten in eurer Datenbank liegen, achtet darauf, nur die WordPress-Tabellen zu löschen. Die erkennt ihr in der Regel an dem Datenbank-Präfix wp_ – oder einem anderen Präfix, das ihr bei der Installation selber vergeben habt.

3. Datenbank-Backup importieren

WP-Datenbank-Import

Im Reiter „Importieren“ eine SQL-Datei auswählen und hochladen – fertig ist der Datenbank-Import.

Testen!

Nun solltet ihr euch ein wenig Zeit nehmen, um zu testen, ob alles funktioniert, wie es soll. Und sicherstellen, dass ihr auch für die Zukunft immer aktuelle Backups zur Verfügung habt.

Immer aktuelle Website-Backups zur Verfügung haben. Sorgt für ruhigen Schlaf. #WordPress #Backups Klick um zu Tweeten

KF/ciq

Artikelfoto: Jordan Whitt via Unsplash

Dr. Katja Flinzner

Dr. Katja Flinzner

Textnerd, Teilzeit-Techie und Teejunkie. Sitzt an der Schnittstelle von Content und SEO und bringt komplexe digitale Themen in Fachartikeln, Workshops und Online-Kursen auf den Punkt. Bloggt seit 19 Jahren und schreibt heute hauptsächlich über Web, IT, eCommerce und digitale Bildung.
Dr. Katja Flinzner
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