eCommerce in Spanien

eCommerce in Spanien

Der spanische eCommerce-Markt ist der einzige derzeit wachsende Wirtschaftssektor des Landes. Trotz anhaltender Wirtschaftskrise steigen die Online-Umsätze weiter: im ersten Quartal 2013 wurden 15,1 % mehr online umgesetzt als im gleichen Zeitraum 2012.

Insgesamt erreichte der Online-Umsatz im Jahr 2013 in Spanien 14,6 Mrd. EUR, das sind 18% mehr als im Vorjahr. Im Vergleich etwa zu Deutschland, Frankreich und Großbritannien bewegt sich der spanische eCommerce damit auf einem noch recht niedrigen Niveau, kann aber dafür mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten punkten.

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Kennzahlen zum spanischen eCommerce-Markt
Anteil der Haushalte mit Internetzugang 2013
69,8%
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Kennzahlen zum spanischen eCommerce-Markt
Anzahl der Online-Shopper 2013
17,2 Mio.
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Kennzahlen zum spanischen eCommerce-Markt
Anteil der täglichen Internetnutzer 2013 (in der Gruppe der 16- bis 74-Jährigen)
53,8 %
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Kennzahlen zum spanischen eCommerce-Markt
Anteil der Mobilnutzer 2013
70 %
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Kennzahlen zum spanischen eCommerce-Markt
Umsatz im eCommerce 2013
14,6 Mrd. EUR (+ 18 %)
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Kennzahlen zum spanischen eCommerce-Markt
Durchschnittlicher Pro-Kopf-Umsatz/Jahr 2013
848 EUR
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Ausbaufähige Infrastruktur

Breitbandabdeckung in Spanien

Breitbandabdeckung in Spanien | © Eurostat (http://ec.europa.eu/eurostat)

Neben der allgemein eher schwachen wirtschaftlichen Lage und einer im Schnitt nach wie vor eher skeptischen Haltung gegenüber dem Online-Handel mag dafür unter anderem auch die Infrastruktur verantwortlich sein. Der Breitbandausbau ist, trotz steigender Tendenz, noch deutlich weniger weit fortgeschritten als etwa in Deutschland: Große Flächen des Landes hatten im Jahr 2011 eine Breitbandversorgung zwischen 50 % und 60 %, einige Autonome Regionen Nordspaniens (Katalonien, Aragón, Navarra, Baskenland, Kantabrien und Asturien) und die Balearen landeten zwischen 60 % und 70 % Abdeckung, lediglich der Großraum Madrid kam über die 70 %, die etwa in Deutschland inzwischen nahezu flächendeckend erreicht werden.

Einen allzu großen Einfluss auf die Online-Einkäufe hat die Breitbandabdeckung allerdings offensichtlich nicht: Der Anteil der Online-Shopper lag im Jahr 2011 in (fast) allen Regionen einheitlich zwischen 20 % und 35 %.

Mobile Commerce

Das Mobile Shopping entwickelt sich für die Spanier immer mehr zur Alternative. Im Jahr 2013 lag der Anteil des Mobile Commerce am gesamten spanischen eCommerce bei 25,6 %, das sind 13,8% mehr als im Vorjahr. Insgesamt 3,7 Mrd. EUR wurden damit über Smartphones oder andere mobile Geräte umgesetzt.

Payment

Beliebteste Zahlungsweisen in Spanien 2013 | Quelle: ONTSI

Beliebteste Zahlungsweisen in Spanien 2013 | Quelle: ONTSI

Die Payment-Landschaft in Spanien ist im Wandel. Während 2011 noch 66,2 % der Online-Shopper mit ihrer Kredit-/ Debitkarte zahlten, waren es 2013 nur noch 52,8%. Online-Zahlungsanbieter wie PayPal konnten massiv zulegen und werden inzwischen für 28,4% aller Bestellungen genutzt. Die Zahlung per Nachnahme sowie Lastschriftverfahren kommen gemeinsam auf 17,1 %. Klassische Banküberweisungen kommen in der Statistik gar nicht mehr vor – die in Deutschland so weit verbreitete Vorkassen- oder auch Rechnungszahlung ist in Spanien also quasi inexistent.

Diese Zahlen sind noch immer stark von Anbieterseite gesteuert, denn die Shops bieten kaum andere Zahlungsweisen an. In nahezu 100 % aller Shops kann man mit Kredit-/Debitkarte zahlen, häufig auch per Nachnahme, ab und zu per Überweisung. Je „moderner“ und innovativer ein Shop, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass man auch per PayPal zahlen kann.

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Weit verbreitet sind Finanzierungsangebote: Meist auf Basis von Kreditkartenzahlung werden in vielen Shops Finanzierungsmodelle über 3 oder mehr Monate angeboten.

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Logistik

Der spanische Logistik-Markt ist hart umkämpft. Während beispielsweise in Italien ein einziger, konkurrenzloser Logistiker das Geschehen bestimmt, gibt es in Spanien etwa 20 Wettbewerber um den Pakettransport. Neben den großen internationalen Anbietern wie DHL, UPS, TNT oder GLS konkurrieren auch nationale Anbieter wie SEUR, envialia, ASM oder der staatliche Logistiker Grupo Correos um die Versender des Landes.

Branchen

Je nachdem, welche Studie man befragt, scheinen die Ergebnisse zu den stärksten eCommerce-Branchen sehr unterschiedlich. Während die staatlichen Institute ONTSI und CMT für die Kleidungsbranche im Jahr 2012 gerade mal Werte zwischen 2,5 % und 3,4 % des Gesamtumsatzes ermittelt haben, setzt eine iab-Studie für 2013 Mode und Kleidung auf Rang 1: 65 % der Befragten haben schon einmal online Mode eingekauft. Ob es an niedrigeren Umsätzen oder vielleicht auch zu hohen Retourenquoten liegt – an die traditionell führende Touristik-Branche kommt der Modesektor nicht dran.
Mit genau einem Drittel des Gesamtumsatzes (33,3 %) dominiert auch im ersten Quartal 2013 der Touristik- und Mobilitätssektor die Online-Umsätze – und das mit steigender Tendenz (im 4. Quartal 2012 waren es noch 30 %). Reisebüros und Touristikveranstalter (13,8 %), Flüge (11,0 %), Bahntickets und andere Angebote des Personenverkehrs (4,8 %) sowie Tickets für Sport- und Kulturveranstaltungen (3,7 %) sind die weit umsatzstärksten Bereiche, daneben bleiben nur 2,7 % für Lebensmittel/Supermärkte, 2,2 % für Haushaltsgeräte, Elektroartikel und digitale Medien/Downloads sowie 3,3 % für Glücksspiele und Wetten.

Grenzüberschreitende Verkäufe

Grenzüberschreitender Verkauf

Zielmärkte des spanischen eCommerce | © ONTSI

Der Großteil der im spanischen eCommerce erzielten Umsätze kommt aus Spanien: Laut ONTSI-Studie wurden 82 % der Verkäufe im Jahr 2012 innerhalb der Landesgrenzen erzielt. Immerhin 14,7 % gehen aber in andere Länder der Europäischen Union – eine Zahl, die viele Akteure des spanischen Online-Handels gerne erhöhen möchten. Denn angesichts der anhaltenden Wirtschaftskrise des Landes liegt eine der großen Chancen zum Wirtschaftswachstum zweifellos darin, den Exportanteil im spanischen (Online-)Handel zu erhöhen. Allerdings sind bislang die wenigsten Unternehmen für diese Aufgabe gerüstet.

eCommerce in Spanien

Perspektive

Die Zahlen zeigen: In Spanien geht noch was. Und so rechnet die Branche auch für die kommenden Jahre aller Wirtschaftskrise zum Trotz mit wachsenden Zahlen im spanischen eCommerce. Für 2016 wird ein Gesamtvolumen des Online-Umsatzes von 25 Mrd. EUR erwartet. Nach einem eCommerce-Umsatz von 10,5 Mrd. EUR im Jahr 2012 wäre das eine 2,5-fache Steigerung in nur vier Jahren.

 

KF / msh | Quellen: Eurostat | CMT | ONTSI | CNMC | TicPymes | OBS | IAB

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eCommerce in Frankreich

Der französische eCommerce-Markt gehört zu den am weitesten entwickelten Märkten Europas. 30 Millionen Online-Shopper haben 2012 einen Gesamtumsatz von 45 Milliarden EURO gemacht. Im Jahr 2012 gab es geschätzte 117.500 Online-Shops. Und 24,1 Mio. Franzosen besitzen ein Smartphone und kaufen damit auch mit steigender Tendenz mobil ein. [Mehr lesen…]

 

eCommerce in Großbritannien

Der britische eCommerce-Markt ist mit einem Gesamtumsatz von 96,2 Mrd. EUR im Jahr 2012 der mit Abstand stärkste eCommerce-Markt Europas. Gemessen am Pro-Kopf-Umsatz von 2.466 EUR steht Großbritannien sogar weltweit an der Spitze der eCommerce-Märkte. [Mehr lesen…]
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Dr. Katja Flinzner

Textnerd, Teilzeit-Techie und Teejunkie. Sitzt an der Schnittstelle von Content und SEO und bringt komplexe digitale Themen in Fachartikeln, Workshops und Online-Kursen auf den Punkt. Bloggt seit 19 Jahren und schreibt heute hauptsächlich über Web, IT, eCommerce und digitale Bildung.
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