Europäische Verbraucher: Online ist nicht gleich online

Zum ersten Mal haben die Marktforscher von Forrester ihrem jährlichen US Consumers And Technology Benchmark Report auch ein europäisches Pendant zur Seite gestellt. Die Analyse über den Umgang der Verbraucher mit (Online-)Technologie untersucht die fünf größten europäischen eCommerce-Märkte: Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien und Deutschland (EU-5).

Eines der Ergebnisse: mehr als die Hälfte aller Erwachsenen in den EU-5 besitzt zwei oder mehr onlinefähige Geräte: seien es Desktop-PCs, Laptops, Netbooks, Smartphones oder Tablets. Dabei wird schnell deutlich, dass die Geräte nicht in erster Linie zum Einkaufen genutzt werden, denn die Anzahl der zur Verfügung stehenden Geräte korreliert keinesfalls mit der Online-Shopping-Aktivität.

Forrester

Forrester’s European Technographics Online Benchmark Survey, Q3 2012; forrester.com

Während Spanien in Relation die meisten Verbraucher mit drei oder mehr Geräten zu verzeichnen hat, steckt der eCommerce-Markt dort bekanntermaßen noch in den Kinderschuhen und auch der Anteil der Online-Nutzer ist prozentual geringer. Nur 69% der volljährigen Spanier sind mindestens einmal im Monat online. Die Spanier sind dafür aber, auch das ist ein Ergebnis der Studie, deutlich aktiver in Social Networks: 2/3 aller Surfer in Spanien haben einen Facebook-Account.

Ähnliches gilt für Italien, auch wenn die Durchdringung mit Geräten dort nicht so umfangreich ausfällt. Hier sind sogar lediglich 58% der Erwachsenen jeden Monat online – aber davon haben ebenfalls 2/3 einen Facebook-Account.

Die Franzosen dagegen besitzen deutlich weniger Geräte pro Surfer: sie haben nicht nur mit 13% die größte Gruppe ganz ohne eigenes onlinefähiges Gerät, sondern mit 18% auch die kleinste Gruppe an Online-Nutzern, die 3 oder mehr Geräte ihr eigen nennen. Im Vergleich zu ihren europäischen Nachbarn besitzen die französischen Online-Nutzer die wenigsten mobilen Geräte wie Laptop, Tablet, Smartphone oder Netbook.

Großbritannien ist und bleibt in Sachen Technologie-Adaption der führende Markt in Europa. Mit dem höchsten prozentualen Anteil an Internetnutzern, dem höchsten eCommerce-Umsatz und der höchsten Nutzung von Mobile Devices liegen die Briten klar vorn.

Und Deutschland? Den deutschen Markt schätzt Forrester als überaus interessant ein. Mit mehr als 46 Millionen Internetnutzern hat Deutschland das größte Online-Verbraucherpotenzial in Europa. Beinahe 3/4 der volljährigen Internetnutzer in Deutschland haben in den vergangenen drei Monaten online eingekauft und dabei im Schnitt 225 EUR ausgegeben. In Sachen Mobile oder Social Media sind die deutschen User dagegen zurückhaltender als andere europäische Märkte.

Noch mehr Zahlen und Analysen hält Forrester für seine Kunden in der kompletten Studie bereit.

Was man aus diesen Ausschnitten schon ablesen kann? Zum Beispiel, dass online nicht gleich online ist. Obwohl die Franzosen beispielsweise deutlich weniger online sind als ihre spanischen Nachbarn, geben sie im Netz deutlich mehr Geld aus. Und trotz mehr onlinefähiger Geräte pro Surfer als Technologieführer Großbritannien bleibt Spanien in punkto Internetaktivität und erst recht Online-Shopping dennoch eher zurückhaltend.

KF / msh | Quelle: Forrester

Dr. Katja Flinzner

Textnerd, Teilzeit-Techie und Teejunkie. Sitzt an der Schnittstelle von Content und SEO und bringt komplexe digitale Themen in Fachartikeln, Workshops und Online-Kursen auf den Punkt. Bloggt seit 19 Jahren und schreibt heute hauptsächlich über Web, IT, eCommerce und digitale Bildung.
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