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International SEO

Hrefwhat? Wie hreflang eure internationale Website strukturiert (#internationalSEO – Teil 2)

1. März 2017/von Dr. Katja Flinzner

Eure Website oder euer Shop ist mehrsprachig? Das ist super! Denn das bedeutet, dass ihr auch im Ausland zahlreiche Kunden ansprechen könnt und eure Reichweite dadurch massiv vergrößert. Doch sicherlich habt ihr auch schon festgestellt, dass das Handling einer mehrsprachigen Website-Architektur gar nicht so ohne ist. Und das ganz unabhängig davon, ob ihr die verschiedenen Versionen in Unterverzeichnissen, Subdomains oder auch unter separaten Domains organisiert.

Einer der entscheidenden Aspekte dabei ist die Frage, was Google mit euren verschiedenen Sprachversionen anfängt. Dabei spielt das hreflang-Attribut eine zentrale Rolle, weshalb wir uns damit heute etwas ausführlicher befassen wollen.

Übrigens: Mit dem hreflang-Attribut solltet ihr euch auch dann auseinandersetzen, wenn eure Website gar nicht mehrsprachig ist, aber Versionen für verschiedene Länder bereithält, etwa für die Schweiz oder Österreich. Aber nochmal ganz übersichtlich und von vorne:

Wann braucht ihr hreflang?

Immer dann, wenn ihr mehrere Versionen eurer Website/eures Shops für unterschiedliche Länder und/oder in unterschiedlichen Sprachen bereithaltet.

Was ist das hreflang-Attribut?

Das Attribut „hreflang“ verrät Suchmaschinen, dass es von der aktuellen Seite verschiedene Varianten gibt und wem die aktuelle Variante bevorzugt angezeigt werden soll.

Dabei kann man entweder eine Sprachkennung oder eine Sprach- und Länderkennung mitgeben.

Diese hreflang-Anmerkung etwa sagt Google, dass eure Website Inhalte auf Französisch enthält. Die Sprache muss immer im ISO 639-1-Format angegeben werden:

<link rel=“alternate“ href=“https://www.euredomain.fr/“ hreflang=“fr“ />

Die folgende hreflang-Anmerkung sagt Google nicht nur, dass die Website deutsche Inhalte enthält, sondern auch, dass diese für Nutzer in Deutschland gedacht sind.

<link rel=“alternate“ href=“https://www.euredomain.de/de/“ hreflang=“de-DE“ />

… im Gegensatz zu dieser Angabe, nach der eure Website sich an Nutzer in Österreich richtet:

<link rel=“alternate“ href=“https://www.euredomain.de/at/“ hreflang=“de-AT“ />

Die Länderkennung muss jeweils im ISO 3166-1-Alpha-2-Format kodiert und mit „-“ an die Sprachkennung angehängt werden.

Wenn es keinen Grund für eine Einschränkung auf ein bestimmtes Land gibt, empfiehlt es sich, generische Sprachen anzugeben und auf die optionale Länderkennung zu verzichten.

Ohne Grund für Ländereinschränkung besser generische Sprachen angeben. #hreflang Share on X

Übrigens: Das Meta-Attribut „language“ (zum Beispiel meta http-equiv=“Content-Language“ content=“en“), das früher zur Information über die verwendete Sprache diente, wird von Google nicht mehr berücksichtigt.

 

Wie und wo kann man hreflang-Attribute einbauen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, hreflang-Attribute in eure Website einzubauen.

1. Als HTML-Link-Element im Header eurer Website.

Im Zweifel die einfachste Variante: Die hreflang-Angaben werden als Link-Elemente wie folgt irgendwo zwischen <head> und </head> platziert:

<link rel=“alternate“ hreflang=“de“ href=“http://www.meinewebsite.com/“/>

<link rel=“alternate“ hreflang=“fr“ href=“http://www.meinewebsite.com/fr/“/>

<link rel=“alternate“ hreflang=“fr-BE“ href=“http://www.meinewebsite.com/fr-BE/“/>

 

2. Im HTTP-Header

Die HTTP-Header-Variante ermöglicht es, auch Nicht-HTML-Inhalten ein hreflang-Attribut zu verpassen, beispielsweise PDFs. Möglich ist das für euch natürlich nur dann, wenn ihr euren Server selbst konfigurieren könnt. Dann gebt ihr ihm via HTTP-Header die folgenden Angaben mit (mehrere hreflang-Werte werden durch Kommas getrennt):

Link: <http://www.meinewebsite.com/de/>; rel=“alternate“; hreflang=“de“, <http://www.meinewebsite.com/es>; rel=“alternate“; hreflang=“es“,<http://www.meinewebsite.com/fr/>; rel=“alternate“; hreflang=“fr“

 

3. In einer XML-Sitemap

Für große Projekte mit vielen Sprach-/Länderversionen ist die hreflang-Annotation in einer XML-Sitemap zweifellos die übersichtlichste Variante. Dabei muss die <loc>-Angabe in jedem URL-Element durch mehrere xhtml:link-Elemente ergänzt werden, die auf die jeweils dazugehörigen anderen Sprachversionen verweisen.

<url>

<loc>http://www.meinewebsite.com/fr/</loc>

<xhtml:link rel=“alternate“ hreflang=“de“ href=“http://www.meinewebsite.com/de/“ />

<xhtml:link rel=“alternate“ hreflang=“de-ch“ href=“http://www.meinewebsite.com/de-CH/“ />

<xhtml:link rel=“alternate“ hreflang=“en“ href=“http://www.meinewebsite.com/en/“ />

<xhtml:link rel=“alternate“ hreflang=“es“ href=“http://www.meinewebsite.com/es/“ />

<xhtml:link rel=“alternate“ hreflang=“fr“ href=“http://www.meinewebsite.com/fr/“ />

</url>

 

<url>

<loc>http://www.meinewebsite.com/de/</loc>

<xhtml:link rel=“alternate“ hreflang=“de-ch“ href=“http://www.meinewebsite.com/de-CH/“ />

<xhtml:link rel=“alternate“ hreflang=“en“ href=“http://www.meinewebsite.com/en/“ />

<xhtml:link rel=“alternate“ hreflang=“fr“ href=“http://www.meinewebsite.com/fr/“ />

<xhtml:link rel=“alternate“ hreflang=“es“ href=“http://www.meinewebsite.com/es/“ />

<xhtml:link rel=“alternate“ hreflang=“de“ href=“http://www.meinewebsite.com/de/“ />

</url>

 

Immer in Gesellschaft!

Egal, in welcher Variante ihr die hreflang-Annotationen implementiert: Sie kommen immer (mindestens) paarweise. Denn auch wenn ihr zur aktuellen Seite nur eine Alternativ-Variante habt, muss neben der Angabe für die diese andere Sprach-/Länderversion auch die Annotation für die aktuelle Seite stehen. Eine hreflang-Annotation besteht deshalb immer aus mindestens zwei Elementen, die bidirektional aufeinander verweisen. Der Vorteil daran: Ihr könnt auf allen Sprach-/Länderversionen einer Seite überall dieselben hreflang-Angaben einfügen und müsst diese nicht für jede Länderversion einzeln anpassen.

Was ist mit Ländern oder Sprachen, für die keine eigenständige Version existiert?

Auch wenn ihr noch so fleißig internationalisiert: Es wird immer Länder und Sprachen geben, für die ihr keine spezielle Version eurer Website habt. Deshalb hat Google zwei Jahre nach dem Einführen von hreflang die x-default-Annotation ergänzt. Besucher aus diesen Ländern/mit diesen Spracheinstellungen könnt ihr mit Hilfe von x-default auf die Version eurer Seite schicken, die ihr dafür am geeignetsten haltet – im Zweifel wird das die Hauptdomain oder die englischsprachige Variante sein.

Dafür ergänzt ihr einfach eure hreflang-Angaben mit einer weiteren x-default-Zeile:

<link rel=“alternate“ href=“http://www.meinewebsite.com/“ hreflang=“x-default“ />

Der x-default-Verweis ist auch für Seiten sinnvoll, die die Nutzer anhand von Geolokalisierungsdaten automatisch auf eine spezielle Länderversion weiterleiten oder ein Auswahlmenü für verschiedene Sprachen/Länder anbieten.

 

Welche Vorteile hat hreflang für meine Seite?

Eine korrekte Implementierung von hreflang sorgt dafür, dass Suchmaschinen bei einer Suche bevorzugt die für die jeweilige Sprache/das jeweilige Land konzipierte Version eurer Website auswerfen. Das ist zum Beispiel aus der Usability-Perspektive hilfreich, denn es verkürzt den Weg eurer Besucher auf die für sie passende Version.

Seine Stärken spielt hreflang vor allem auch in Sachen SEO aus, denn es hilft Google nicht nur, eure Website-Architektur besser zu verstehen und so auch besser einzuordnen, sondern es verhindert auch, dass ähnliche Versionen eurer Seite als Duplicate Content wahrgenommen werden. Habt ihr beispielsweise drei größtenteils identische deutsche Versionen eurer Website, die sich jeweils an Kunden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz richten und sich dabei im Zweifel nur in Details unterscheiden, könnt ihr diese mit Hilfe von hreflang als länderspezifische Versionen eures Angebots ausweisen und Google so daran hindern, sie als Duplicate Content einzuordnen.

hreflang-Tags in der Google Search Console

Ob ihr mit euren hreflang-Tags alles richtig gemacht habt, verrät euch auch die Google Search Console. (Screenshot: Google Search Console)

 

Was kann man bei der Implementierung von hreflang verkehrt machen?

Ihr habt es schon gesehen, hreflang ist ein eher trickreiches, komplexes Thema. Wie so oft liegt auch hier der Teufel im Detail. Wenn ihr die folgenden Aspekte berücksichtigt, habt ihr aber die häufigsten Fehlerquellen schon umschifft:

Wir haben doch gar keine verschiedenen Sprachen! Eingangs schon erwähnt, darf an dieser Stelle aber noch einmal wiederholt werden: Auch und gerade wenn ihr unter meinshop.de und meinshop.at zwei nahezu identische Shops auf Deutsch betreibt, solltet ihr Google & Co. verraten, dass dies zwei Varianten ein- und desselben Shops sind. Gründe siehe oben.

Jede einzelne Seite/URL braucht ihr eigenes hreflang-Attribut. Es genügt nicht, einmal die verschiedenen Sprachversionen auf den jeweiligen Startseiten zu verlinken. Alle Verlinkungen müssen auf allen Unterseiten separat vorgenommen werden.

Nur Seiten verlinken, die es auch gibt. Die Vorstellungsseite eurer Abholshops in Berlin und Hamburg habt ihr nur in eurem deutschen Shop vorgesehen, nicht im spanischen? Dann passt auf, dass ihr nicht aus reiner Gewohnheit eine fiktive spanische Version dieser Seite verlinkt. Bei automatisiertem Einsatz passiert es häufig, dass für alle Seiten hreflang-Angaben zu allen Sprachvarianten erzeugt werden, auch wenn nicht alle Inhalte auch in allen Sprachen bereitgestellt werden.

Immer auch auf sich selbst verweisen. Der Verweis auf die jeweils aktuelle Seite (s.o.) wird gerne vergessen, gehört aber in jede korrekt implementierte hreflang-Struktur.

Richtige Kürzel verwenden. Nein, das Länderkürzel von Großbritannien lautet nicht UK, sondern GB. Und auch bei der Zuordnung von Sprach- und Länderkürzeln ist Vorsicht geboten: Das Länderkürzel für die Tschechische Republik ist beispielsweise CZ, das Sprachkürzel für Tschechisch dagegen „cs“. Und „BE“ ist zwar das Länderkürzel für Belgien, „be“ bezeichnet aber nicht belgisches Französisch, sondern die Sprache Belarussisch (Weißrussisch). Die Groß- und Kleinschreibung ist Google übrigens egal, aus Übersichtsgründen empfiehlt es sich aber durchaus, die klassische Unterscheidung in kleingeschriebene Sprach- und großgeschriebene Länderkürzel vorzunehmen.

Nein, das Länderkürzel von Großbritannien lautet nicht UK. #hreflang #internationalSEO Share on X

Wenn ihr nicht selber in Code-Listen wühlen möchtet und Sorge habt, dass ihr Kürzel verwechselt oder auch einen Fehler in die Syntax baut, ist der hreflang-Generator von Sistrix eine sehr wertvolle Hilfe.

Weitere häufige Fehler bei der Implementierung von hreflang hat Eoghan Henn für rankingCheck zusammengetragen.

 

Tools und Plugins

Neben dem o.g. hreflang-Generator gibt es noch zahlreiche weitere Tools oder Plugins, die euch bei der Implementierung von hreflang unterstützen können. Der hreflang Validator von Sistrix beispielsweise verrät euch, ob ihr eure hreflang-Auszeichnungen korrekt zusammengestellt habt. Einige hilfreiche Tools für die hreflang-Fehlersuche haben außerdem die Internetkapitäne zusammengestellt.

Und solltet ihr für eure Website WordPress verwenden: Die meisten Mehrsprachen-Plugins für WordPress bauen bereits automatisch hreflang-Tags mit in eure Seiten ein. Polylang und WPML beispielsweise.

Die meisten Mehrsprachen-Plugins für WordPress bauen automatisch #hreflang-Tags ein. Share on X

Alle Unklarheiten beseitigt? Dann wünsche ich viel Spaß beim Hreflangen! Und wenn ihr noch offene Fragen zum Thema hreflang habt: In seinem ausführlichen hreflang-Guide beantwortet sie Sistrix ganz bestimmt.

KF/ciq

Zu den übrigen Beiträgen der #internationalSEO-Serie:

Teil 1:

Länder, Sprachen und Strukturen (#internationalSEO – Teil 1)

Teil 3:

10 SEO-Tipps für die Internationalisierung eurer Inhalte (#internationalSEO – Teil 3)

Teil 4:

OffSite-Optimierung über Ländergrenzen (#SEOinternational – Teil 4)

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Textnerd, Teilzeit-Techie und Teejunkie. Sitzt an der Schnittstelle von Content und SEO und bringt komplexe digitale Themen in Fachartikeln, Workshops und Online-Kursen auf den Punkt. Bloggt seit über 20 Jahren und schreibt heute hauptsächlich über SEO, Content Marketing, Web und andere digitale Themen.
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