OffSite-Optimierung über Ländergrenzen (#SEOinternational – Teil 4)


OffSite-Optimierung über Ländergrenzen (#SEOinternational – Teil 4)

Gepostet Von am 15.03.2017 in eCommerce, Newsticker, SEO, Social Media

Eine saubere OnSite-Optimierung ist auch im internationalen SEO die halbe Miete – aber eben nur die halbe. Auch außerhalb eurer eigenen Website darf die Optimierung gerne weitergehen, wenn ihr in anderen Ländern nachhaltig erfolgreich sein wollt.

Saubere OnSite-Optimierung ist die halbe Miete - aber eben nur die halbe. #internationalSEO Klick um zu Tweeten

Die Struktur eurer mehrsprachigen Website steht und ist entsprechend ausgezeichnet und die Inhalte sind sorgfältig und vollständig lokalisiert? Spätestens jetzt solltet ihr auch einen Blick über den Websiterand hinaus werfen und im Rahmen einer OffSite-Optimierung die wichtigsten Weichen für langfristigen Erfolg stellen.

Ab zu Google

Einen ersten Schritt über die Websitegrenzen hinaus haben wir schon im letzten Beitrag dieser Serie gemacht, als es um den Google MyBusiness-Eintrag ging. Den solltet ihr für jede lokale Niederlassung vornehmen – wenn ihr denn eine habt. Aber auch sonst lohnt sich der Weg zu Google selbst, denn in der Google Search Console (früher: Google Webmaster Tools) lassen sich ganz grundlegende Länder- und Spracheinstellungen vornehmen. Wenn ihr hreflang-Tags für die Auszeichnung eurer mehrsprachigen Site-Versionen verwendet, könnt ihr dort außerdem überprüfen, ob ihr dabei alles richtig gemacht habt – wo welche Fehler bestehen, verrät euch Google unter dem Punkt Suchanfragen > Internationale Ausrichtung von ganz alleine, sobald es auf eurer Seite hreflang-Tags gefunden hat.

 

hreflang-Graph aus der Google Search Console mit 63 korrekten und 3 fehlerhaften Seiten

Alles richtig gemacht? Die Google Search Console zeigt euch, welche Fehler ihr bei der hreflang-Auszeichnung gemacht habt. | Screenshot: google.com

Linkaufbau international

Über Sinn, Unsinn und den Grad der Bedeutung von Linkaufbau streitet sich die SEO-Gemeinde seit jeher trefflich. Was man wohl recht sicher behaupten kann: Die Bedeutung von Backlinks hat im Laufe der Zeit eher abgenommen, schlicht und ergreifend schon deshalb, weil inzwischen immer mehr andere Faktoren mit in die Ranking-Bewertung hineinspielen. Dennoch gilt auch heute noch: Der Kern jeglicher OffSite-Optimierung ist und bleibt der Linkaufbau – natürlich auch international. Dabei bekommt euer Backlinkprofil im internationalen SEO noch eine weitere Funktion – es gehört nämlich mit zu den Kriterien, anhand derer Google und andere Suchmaschinen Informationen über euer Herkunfts- und/oder Zielland ableiten können.

Der Kern jeglicher OffSite-Optimierung ist und bleibt der Linkaufbau. #internationalSEO Klick um zu Tweeten

Selbstverständlich bleibt auch hier das Mantra: Qualität geht vor Quantität. 10 Links von gut gerankten themenverwandten Seiten sind deutlich mehr wert als 100 gekaufte oder über Linktausch generierte Verweise von willkürlichen Seiten ohne thematischen Bezug. Voraussetzung für sinnvolles organisches Linkbuilding ist, dass ihr euch ausführlich mit eurem Zielmarkt beschäftigt bzw. – noch besser – jemanden zu Rate zieht, der sich dort wirklich gut auskennt. Das Platzieren von Gastartikeln in branchenrelevanten Blogs oder Magazinen, das Veröffentlichen von Pressemeldungen und der Aufbau von Kooperationen und Partnerschaften sind einige der erfolgversprechendsten Strategien. Vergesst dabei aber nicht, dass ihr dafür auch entsprechende lokalisierte Inhalte braucht, die nicht nur in die jeweilige Zielsprache übersetzt sind, sondern auch Relevanz für euren Zielmarkt haben.

Social Media

Organischer Reichweitenaufbau ist ohne Social-Media-Anbindung heute kaum noch denkbar. Wenn ihr beispielsweise einen Blog-Artikel schreibt, wird der nächste logische Schritt sein, ihn auf Facebook, Twitter oder wo auch immer eure Kunden sich herumtreiben, zu teilen. Aber: Wo treiben sie sich herum? Die Frage ist ja schon im eigenen Land häufig gar nicht so einfach zu beantworten – in anderen Ländern sieht das schnell noch ungleich komplexer aus. Auch hier lohnt es sich, jemanden mit ins Boot zu holen, der die landesspezifischen Gewohnheiten kennt, denn Social Media ist nicht gleich Social Media. Dazu kommt, dass die Bedeutung von Social-Media-Kanälen längst nicht in allen Ländern gleich hoch ist. Und dafür braucht man noch nicht einmal Europa zu verlassen, um beträchtliche Unterschiede festzustellen.

Social Media ist nicht gleich Social Media. #internationalSEO Klick um zu Tweeten

Insbesondere wenn ihr über Endkundenkanäle wie das (fast) allgegenwärtige Facebook hinausgeht, wird es schnell deutlich komplizierter und individueller. Dass ihr zum Beispiel im B2B-Bereich mit XING nicht weit kommt, dürfte den meisten bewusst sein – im internationalen Umfeld ist LinkedIn hier das Netzwerk der Wahl. Insbesondere wenn ihr euch an den niederländischen Markt richtet, sollte ein Post auf LinkedIn keinesfalls fehlen: satte 6 der knapp 17 Millionen Niederländer haben ein LinkedIn-Profil und nutzen das auch deutlich intensiver als in Deutschland üblich.

Übrigens sind die Niederländer auch sonst wahre Vorreiter in Sachen Social-Media-Nutzung: Sowohl im Vergleich zur Gesamtbevölkerung als auch in Relation zu den Internetnutzern führen sie die europäischen Nutzungs-Statistiken an, gefolgt von den skandinavischen Ländern und Großbritannien. Ganz anders sieht die Lage aber beispielsweise in Frankreich aus, wo nur etwas mehr als die Hälfte der Internetnutzer auch auf Social-Media-Kanälen unterwegs ist.

Nicht nur in der Häufigkeit, auch in der Art der Nutzung gibt es deutliche kulturelle Unterschiede, deshalb ist es um so wichtiger, interkulturelles Wissen mit an Bord zu  haben. So solltet ihr beispielsweise wissen, mit welchen Inhalten ihr euch im Zielland so richtig ins Fettnäpfchen setzt – und welche dagegen besonders beliebt sind. Mag man es lieber lustig? Und was ist eigentlich lustig?

Zeit ist relativ

Nicht zuletzt ist übrigens gerade in den überfluteten Social-Media-Timelines auch die Frage nach der Zeit besonders wichtig: Wann sitzen eure potenziellen Kunden eigentlich am Rechner/Tablet/Smartphone? Und wann bewegen sie sich dort in welchen Netzwerken? Das ist nicht nur von kulturellen Fragestellungen abhängig, sondern auch ganz banal von der Zeitzone, in der sie leben. Wenn ihr mittags um 12 Uhr etwas postet, passt das in Deutschland prima in die Mittagspause, in San Francisco ist es aber 4 Uhr nachts – und kaum jemand wird etwas von eurem Beitrag mitbekommen.

Was das noch mit SEO zu tun hat? Jede Menge! Die Grenzen zwischen Usability, Social-Media-Engagement und SEO werden immer fließender, vor allem seitdem Google nicht nur statische Elemente wie Keywords oder Backlinks in sein Ranking mit einfließen lässt, sondern auch Klickrate, Absprungrate oder Aufenthaltsdauer mit berücksichtigt.

Euer zentrales Ziel sollte deshalb sein, nicht nur die Suchmaschinen, sondern vor allem eure Kunden glücklich zu machen. Und das im Zweifel weltweit. Keine kleine Aufgabe. Aber spannend. 🙂 Viel Spaß dabei!

Kunden glücklich machen - weltweit. #internationalSEO Klick um zu Tweeten

KF/ciq

Zu den übrigen Beiträgen der #internationalSEO-Serie:

Teil 1:

Länder, Sprachen und Strukturen (#internationalSEO – Teil 1)

Teil 2:

Hrefwhat? Wie hreflang eure internationale Website strukturiert (#internationalSEO – Teil 2)

Teil 3:

10 SEO-Tipps für die Internationalisierung eurer Inhalte (#internationalSEO – Teil 3)

Dr. Katja Flinzner

Dr. Katja Flinzner

Versorgt digitale Unternehmen mit grenzenlos guten Inhalten - als Fachautorin, Corporate Bloggerin, Lektorin und Übersetzerin. Bloggt seit 18 Jahren und schreibt heute hauptsächlich über Themen aus Web, IT, eCommerce und digitaler Bildung - gerne auch für Ihr Unternehmen.
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